WörthseeBN für Erörterung

voraussichtliche Stellungnahme des BN zum Erörterungstermin am 25.07.07

Stand 17.07.07

Aufgaben

Allgemein

  • Wenn ein Unfall passiert muss der Brunnen geschlossen werden. Von wem stammt diese Aussage? Sachdienliche Hinweise nimmt Martin oder jede Polizeidienststelle entgegen.

Martin Hiemesch

  • Ansprechen von Hrn. Dauschek, ob ihm noch weitere Argumente einfallen.
  • Erstellen einer Karte mit besonders wertvollen Punkten entlang der Trasse

Kurt Heine

  • Sammeln der Einzelheiten über den biologischen Wert der betroffenen Waldgebiete.

Günter Schorn

  • Erkunden, welche Möglichkeiten es für uns gibt, auf dem Erörterungstermin etwas zu präsentieren (Beamer, Overheadfolien, gar nichts)

Christine Markgraf

  • Argumente zum Themenkomplex FFH-Gebiete

 

Themensammlung

InhaItsverzeichnis

0 Allgemeines
0.1 ungültige Planungsunterlagen / Verkehr
0.2 fehlerhafte Planungsunterlagen
0.3 Trinkwasserschutz
Stellungnahme zur Äußerung des Vorhabensträgers in der Einladung zum Erörterungstermin
Erstauslegung
1 Trinkwasserbrunnen III
2 Zerstörung der Landschaft
3 Zerstörung wichtiger Lebensräume für Tiere und Pflanzen
4 Verkehrsberuhigung Weßling
4.2 Einfluss Gewerbegebiet Argelsrieder Feld auf Entlastungsprognose
4.3 Rückbau der Ortsdurchfahrt Weßling
4.4 Rückbau der St 2349 (Grünsinkerstraße)
4.5 Ausmaß der Entlastung fragewürdig
4.6 Analyse der Entlastungsmöglichkeiten durch andere Verkehrsträger
4.7 Raumordnerische Entwicklungsziele
4.8 Großräumige Auswirkungen
5 Einzelthemen
5.1 Wasserschutzgebiete werden nicht berührt
5.2 Angebliche Günstigkeit des Untergrundes im Bereich des Wasserschutzgebietes
5.3 Angeblich keine negativen Auswirkungen auf Grundwasser
5.4 Behandlung Oberflächenwasser im Bereich der S-Bahn-Unterführung
5.7 Schwarzspecht
Tektur
1 Innerörtlicher Verkehr
2 Überörtlicher Verkehr
3 Ausflugsverkehr
4 Öffentlicher Personennahverkehr
5 FFH-Gebiet DE 7933-301 "Schluifelder Moos u. Bulachmoos"
6 FFH Gebiet DE 79331371 "Eichenalleen und Wälder um Meiling und Weßling
7 Trinkwasserschutz und Geologie
8 Zeitpunkt der Auslegung
Tektur Artenschutzrechtlicher Beitrag
   

 

Ungültige Planungsgrundlagen / Verkehr

Die Landesplanerische Beurteilung aus dem Jahr 1997 bildet den Abschluss des Raumordnungsverfahrens. "Diese landesplanerische Beurteilung gilt nur so lange, wie sich ihre Grundlagen nicht wesentlich ändern." Folgende Grundlagen haben sich seit 1997 wesentlich geändert

  • Als Tierarten, deren Lebensraum es zu erhalten gilt, werden nur Amphibien (pauschal), Käfer und Rehe genannt. Da die vielen FFH-Arten (48!), die in dem betroffenen Gebiet vorkommen, nicht erwähnt werden, ist davon auszugehen, dass diese Vielfalt bei der Abwägung und Beurteilung nicht bekannt war. Inzwischen wurden viele Gutachten angefertigt, die diese Vielfalt belegen. Somit hat sich die Grundlage zur Abwägung der verschiedenen Belange wesentlich geändert.
     
  • Bei der fachlichen Einschätzung wird davon ausgegangen, dass die Trasse außerhalb des Einzugsgebietes des Brunnen III verläuft. Diese Voraussetzung ist falsch. Hinzukommt, dass die Beeinträchtigung nicht ausgeschlossen werden kann (siehe unten).
    Somit haben sich die Voraussetzungen wesentlich geändert.
     
  • Die Gegebenheiten des Kfz-Verkehrs haben sich seit 1997 wesentlich geändert:
     
    • Der innerörtliche Verkehr auf der Ortsdurchfahrt Weßling erhöht sich von 12.453 (2000, Straßenbauamt München) auf 13.184 (2006, Autobahndirektion Südbayern) Fahrzeuge/Tag, obwohl der Verkehr auf der westlichen Zufahrt nach Weßling gleich bleibt: 11.182 (2000) bzw. 11.163 (2006) Fahrzeuge/Tag.
      Die Zunahme der Fahrzeugfrequenz auf der Ortsdurchfahrt Weßling beruht auf der Zunahme des innerörtlichen Verkehrs, nicht auf die Zunahme des Durchgangsverkehrs.
      Somit fällt die im Raumordnungsverfahren vermutete Entlastung der Ortsdurchfahrt Weßlings wesentlich geringer aus als angenommen. Diese Grundlage hat sich wesentlich geändert.
       
    • Der Verkehr auf der BAB 96 in Richtung München hat vor allem in den pendlerfrequentierten Morgenstunden dramatisch zugenommen. Auf den Gesamttag berechnet sind es über 24% mehr Fahrzeugbewegungen auf der BAB 96 östlich des Kreuzes Süd- West, seitdem dieses 2006 eröffnet wurde. Die Folge sind arbeitstägliche Staus vom Autobahnende München-Sendling über Unterpfaffenhofen-Germering bis zum Tunnel Etterschlag. (Wann genau?)
      Ausweichverkehr durch Stau auf der BAB 96 stadteinwärts belastet die Ausfahrtsstraßen der Autobahn (St 2348, 2349 und STA 2068 östlich von Weßling). Dazu zählen folgende Verkehrsströme:
       
      • Zubringerverkehr zu den S- Bahnstationen Steinebach, Weßling und Neugilching
         
      • Schleichverkehr, der dem allmorgendlichen Stau auf der A96 ausweichen will und sich von der Anschlussstelle Wörthsee über die neue Umgehungsstraße durch Weßling weiter Richtung Unterbrunn - Gauting – Neuried nach München einen Weg sucht.
         
      • Die eigentliche Zielgruppe der Umgehungsstraße, der von Seefeld kommende Verkehr Richtung München oder Lindau.
        Der nach München orientierte Verkehr kann bei dem allmorgendlichen Stau, der auf der A96 von Germering bis über die Anschlussstelle Wörthsee hinaus reicht, für den Weg von Delling zur Anschlussstelle Oberpfaffenhofen zwischen einem Stau von 7,9 km über die neue Umgehungsstraße und einem von 4,8 km Länge durch Weßling wählen. Das Ergebnis ist klar: Der Verkehr wird sich mit und ohne Umgehungsstraße weiter durch Weßling wälzen.
         
      • Der Stau, der sich jeden Morgen auf der Umgehungsstraße bilden wird, weil der Verkehr Richtung München nicht auf die verstopfte A96 abfließen kann, provoziert gefährliche Überholmanöver und lässt damit die Unfallgefahr auf der Umgehungsstraße anwachsen. Das lässt sich nicht mit dem Ausschluss einer Gefährdung des Wasserschutzgebietes vereinbaren.
         
      • Dieser z.T. heute nachweisbare Verkehr wird in den Planungsunterlagen von 1997 nicht erwähnt. Folglich wurde er damals nicht in die Abwägung der Belange einbezogen. Diese Grundlage hat sich also wesentlich geändert.
         
    • In der Planung der Entlastung Starnbergs spielt die Verbindung A96 - Unterbrunn - Oberbrunn - Starnberg eine wichtige Rolle. Ein Ausbau dieser Verbindung kann auch zur Entlastung Weßlings wirkungsvoll genutzt werden. Auch diese Überlegung hat in die Abwägung der Belange keinen Eingang gefunden.
       
    • Das neue im Entstehen begriffene Gewerbegebiet südlich der A96, das z.T. auf Gilchinger, z.T. auf Gautinger Flur liegt muss und wird von Norden, also von der A96 aus mit Straßen erschlossen werden. Es reicht von der A96 aus weit nach Süden bis etwa auf die Höhe Weßlings. Welche Verkehrserschließung ist von Süden aus vorgesehen? Ein Gewerbegebiet dieser Größe kann für den Verkehr von Süden unmöglich über die vorliegend geplante Umgehungsstraße und die A96 angebunden werden. Wenn aber eine leistungsfähige Anbindung des Gewerbegebiets von Süden gebaut wird, ist die Ostumgehung Weßlings praktisch fertig. Eine Westumgehung mit diesen immensen Kosten für Natur und Erholungswert der Landschaft ist nicht vertretbar. Überdies würde eine Umgehung Weßlings, die näher bei München in die A96 mündet, wesentlich stärker angenommen.
       
    • Der S-Bahn-Takt wurde 2005 bis Germering auf 10 Minuten umgestellt. Welche Entlastungswirkung ergibt sich daraus? Welche Entlastungswirkung kann sich daraus ergeben, wenn der Takt bis Weßling oder gar bis Herrsching auf 10 Minuten umgestellt wird bzw. würde? Diese Überlegungen müssen in die Abwägung einbezogen werden.
       
    • Welche Steuerungsmöglichkeiten ergeben sich durch einen entfernungsabhängigen MVV-Tarif?
       
    • Die mittlere Belastung einer Staatsstraße in Bayern liegt bei ca. 4.500 Kfz/Tag. Dann kann man eine Ortsdurchfahrt, die laut eigenen Aussagen des Straßenbauamtes über 17.000 Kfz/Tag aufnehmen muss, nicht zurückstufen. Damit wird aber wiederum die Grundlage der Planung in Frage gestellt.
      Wo liegt die Grenze (wofür); laut Dagmar bei 10.000 Kfz/Tag
       
    • Wie war das mit dem neuen Siedlungsgebiet bei Freiham? Welche Zusammenhänge gibt es?

Fehlerhafte Planungsgrundlagen

  • In der landesplanerischen Beurteilung werden nur die verschiedenen Trassen gegeneinander abgewogen. Das Vorhaben selbst wird an keiner Stelle infrage gestellt und gegenüber anderen Alternativen (z.B. ÖPNV) abgewogen. Das hätte im Kapitel "Raumbezogene überfachliche Belange, Raumstruktur" erfolgen müssen. Aus diesem Grund ist die landesplanerische Beurteilung fehlerhaft.
     
  • Obwohl der Bund Naturschutz in seinen Stellungnahmen darauf hingewiesen hat, werden folgende Punkte weder im Erläuterungsbericht des Planfeststellungsverfahrens noch in der Stellungnahme des Vorhabensträgers zum Anhörungsverfahren / Erörterungstermin angesprochen:
    • Raumordnerische Entwicklungsziele
      • Laut Regionalplan für die Region München (2002) soll ein deutlich höherer Anteil des gesamten Verkehrs  im Umweltverbund (öffentlicher Verkehr und nicht-motorisierter Verkehr) abgewickelt werden.
      • Ferner: Der öffentliche Personennahverkehr ist auszubauen. Ergänzungen und Kapazitätsausweitungen der Infrastruktur für den fließenden und ruhenden motorisierten Individualverkehr sollen in Abstimmung mit der Erschließung durch öffentliche Verkehrsmittel vorgenommen werden.
        Diese Abstimmung ist Aufgabe dessen, der Ergänzungen und Kapazitätsausweitungen von Straßen vornehmen will, also des Vorhabensträgers. Diese Abstimmung fehlt völlig. Somit ist die Planfeststellung in diesem Punkt fehlerhaft.
         
    • Großräumige Auswirkungen
      Großräumige Auswirkungen wie die vom Bund Naturschutz genannten müssen beim Bau einer Umgehungsstraße dieser Dimension im Kapitel "Großräumige Auswirkungen" des Erläuterungsberichts der Planfeststellung und in der landesplanerischen Beurteilung eines Raumordnungsverfahrens geprüft werden. Diese Prüfung fehlt völlig. Somit ist die Planfeststellung in diesem Punkt fehlerhaft.

Trinkwasserschutz

Die in unserer Stellungnahme vom 23.10.2003 geäußerten Bedenken wurden durchweg nicht oder nicht stichhaltig entkräftet:

  • Nach den Planungsgrundsätzen der Richtlinie für bautechnische Maßnahmen in Trinkwasserschutzgebieten ist bereits im Vorfeld "...grundsätzlich eine räumliche Trennung von Straßen und Wasserschutzgebieten anzustreben" . Gegen diesen Planungsgrundsatz wurde mit der hier geplanten Trasse verstoßen.
    Diesem Einwand wurde mit Hinweis auf die landesplanerische Beurteilung entgegnet. Dort sei entschieden worden, dass nur die heutige Plantrasse den Erfordernissen der Raumordnung entspräche. Diese 10 Jahre alte Entscheidung ist nicht mehr gültig (siehe ungültige Planungsunterlagen). Somit kann die Landesplanerische Beurteilung nicht mehr als Begründung dafür herangezogen werden, gegen den Planungsgrundsatz der räumlichen Trennung von Straßen und Wasserschutzgebieten zu verstoßen.
     
  • Selbst wenn man es für legal halten würde, die Straße quer durch das Trinkwasserschutzgebiet zu bauen (was wir entschieden verneinen), wird gleich gegen den nächsten Planungsgrundsatz verstoßen: Lässt sich der Bau einer Straße im Trinkwasserschutzgebiet mangels Alternative nicht umgehen, sind im Trinkwasserschutzgebiet Einschnitte grundsätzlich zu vermeiden.
    Die etwas geringere Verkehrssicherheit einer Überführung während weniger Tage im Jahr könnte man durch geeignete Maßnahmen wie Tempolimits etc. ausgleichen. Sie kann aber keine Begründung dafür sein, gegen den oben genannten Planungsgrundsatz zu verstoßen. Zudem verstößt der Einschnitt gegen die Vorgaben aus dem Ergebnis der Raumordnung, wie es im Erläuterungsbericht der Planfeststellung steht:
    Im gesamten Trassenverlauf sind Geländeeinschnitte und vor allem Dammschüttungen soweit wie möglich zu vermeiden.
    Dieses Argument wird mit dem pauschalen Hinweis beantwortet, die Trassenführung entspräche den RiStWag. Warum eine Unterführung den Vorgaben der RiStWag eher entsprechen sollten als eine Überführung bleibt unklar.
     
  • Generell fordert die RiStWag auf Straßen im Trinkwasserschutzgebieten verkehrsregelnde Maßnahmen. Sie fordert neben einer Geschwindigkeitsbegrenzung und einem Überholverbot ein Verbot für Fahrzeuge mit wassergefährdender Ladung. Diese Forderung der RiStWag findet ebenfalls keine Entsprechung im Erläuterungsbericht.
    Dieser Einwand bleibt bis heute unbeantwortet.
     
  • Im Agenda21-Bericht des Landkreises Starnberg steht im Kapitel 7 folgendes:
    "Einwandfreies Trinkwasser für alle zu sichern, ist eines der wichtigsten Ziele einer nachhaltigen Wasserwirtschaft. Der Schutz des Grundwassers hat daher Vorrang vor allen anderen Nutzungsansprüchen. Aufbauend auf dem flächendeckenden Grundwasserschutz hat der besondere Schutz der Trinkwassereinzugsgebiete und aller mit der Wassergewinnung zusammenhängenden Anlagen höchste Priorität."

    Die Bayerische Staatsregierung betont in ihrem Aktionsprogramm „Nachhaltige Entwicklung Bayern“, dem Nachhaltigkeitskonzept für die kommenden Jahre, Ausgabe 8/2002, Seite 32:

    "Eines der wichtigsten Ziele für eine nachhaltige Wasserwirtschaft ist, die Menschen in Bayern mit einwandfreiem Trinkwasser zu versorgen. Dafür sind zwei Dinge entscheidend: ein flächen­deckender Schutz des Grundwassers und eine besondere Risikovorsorge in Wasserschutzgebieten." (Hervorhebungen nicht im Original)
    Die Entscheidung der landesplanerischen Beurteilung steht im eklatanten Widerspruch zu den Aussagen der Agenda 21 und den Konzepten der Bayerischen Staatsregierung. Eine Erklärung des Zusammenhangs der landesplanerischen Beurteilung zu den zitierten Textpassagen steht unverändert aus.
     
  • Wie in unserer Stellungnahme unter 1.4 aufgezeigt wurde, kann der Brunnen III der Gemeinde Wörthsee in einem Schadensfall nicht so einfach ersetzt werden. Unverändert stellt sich die Frage, woher die Bewohner des nördlichen Landkreises Starnberg ihr Trinkwasser bekommen sollen, wenn jeder Brunnen statt geschützt zu werden, bei drohender Gefahr einfach geschlossen wird. Diese Frage wird angesichts der extremen Trockenheit während 5 Monaten im Winter 2006/2007 und angesichts des bevorstehenden Klimawandels dringlicher denn je.

    Ulrich Müller MdL, Minister für Umwelt und Verkehr des Landes Baden-Württemberg:
    Im Jahr 2000 gab es 602 Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen, davon 238 beim Umgang und 257 bei der Beförderung. Davon wiederum 100 Schadensfälle in Wasserschutzgebieten.

    Vor diesem Hintergrund darf der leistungsfähige Brunnen der Gemeinde Wörthsee mit hochwertigem Wasser nicht leichtfertig für eine Umgehungsstraße mit geringfügiger Entlastungswirkung geopfert oder auch nur gefährdet werden.
    Eine Erwiderung auf diese Aussage steht bis heute aus.
     
  • In der Stellungnahme zur Erstauslegung wird noch behauptet, das WWA hätte keinerlei Bedenken.
    In der Stellungnahme zur Tektur wird erklärt, dass eine gutachterliche Stellungnahme "NSG Schluifelder Moos - Hydrogeologie" des geotechnischen Büros UD0 BOSCH aus Markt Rettenbach zur weiteren Klärung der Sachverhalte angefertigt wurde, mit dem angeblich sämtliche Bedenken entkräftet werden.
    Warum kennen wir die nicht? Was steht da drin? Nur der Hinweis auf die Existenz einer Begründung reicht nicht!
     
  • Nach wie vor steht eine fachliche Erwiderung auf unsere gutachterlich untermauerten Einwände aus. Bisher  wurde lediglich die angezweifelte Einschätzung des Wasserwirtschaftsamtes wiederholt.
     
  • Unverändert steht im Erläuterungsbericht der Tektur vom 15.09.2005: "Wasserschutzgebiete werden nicht berührt"
     

Stellungnahme zur Äußerung des Vorhabensträgers in der Einladung zum Erörterungstermin

Erstauslegung

1 Trinkwasserbrunnen III

Die Ausführungen des Vorhabensträgers beschränken sich im Kern auf die Feststellung, dass sich die Regierung von Oberbayern in der Landesplanerischen Beurteilung des Raumordnungsverfahrens für die aktuell vorliegende Trasse entschieden hat. Alles weitere dreht sich nur noch darum, ob gesetzliche Auflagen erfüllt sind.

Wie oben gezeigt wurde, ist die landesplanerische Beurteilung inzwischen ungültig. Wie oben ebenfalls gezeigt wurde, ändern sich dadurch die Voraussetzungen der gesetzlichen Auflagen. Es ist grundsätzlich eine räumliche Trennung von Straßen und Wasserschutzgebieten anzustreben. Mit einer Ostumfahrung in Verbindung mit dem neuen Gewerbegebiet Gilching/Gauting ist eine Trennung von Straße und Wasserschutzgebiet durchaus möglich. Die Ausführungen des Vorhabensträgers sind somit gegenstandslos.

Darüber hinaus ist nicht klar, warum in diesem Kapitel behauptet wird, dass alles in Ordnung ist und das Wasserwirtschaftsamt das bestätigt hat, während in den Ausführungen zu unserer Stellungnahme zu Kapitel 5.6 der Tektur erklärt wird, dass ein weiteres, der Öffentlichkeit nicht zugängliches hydrogeologisches Gutachten für nötig befunden wurde und aus diesem Gutachten hervorgeht, dass nun alles in Ordnung ist.

2 Zerstörung der Landschaft

Unseren Argumenten zu diesem Thema (2.1 bis 2.5) wird pauschal entgegengehalten, dass mit der landesplanerischen Beurteilung des Raumordnungsverfahrens entschieden wurde, sämtliche anderen Belange hätten hinter der Umgehungsstrasse zurückzustehen. Im weiteren wird nur noch ausgeführt, dass die erforderliche Ausgleichsmaßnahmen im gesetzlich vorgeschriebenen Umfang berücksichtigt wurden.
Weiter oben wurde gezeigt, dass sich die Grundlagen der landesplanerischen Beurteilung wesentlich geändert haben und somit diese Beurteilung nicht mehr gültig ist. Daraus folgt, dass die bisherige Begründung für die Zerstörung der unter vielen Schutzkategorien stehenden Landschaft weggefallen ist.
Somit steht die Begründung, warum die schützenswerte Landschaft zerstört werden soll, weiterhin aus.
 

3 Zerstörung wichtiger Lebensräume für Tiere und Pflanzen

-> Christine Markgraf

4 Verkehrsberuhigung Weßling

4.2 Einfluss Gewerbegebiet Argelsrieder Feld auf Entlastungsprognose

Solange das Gewerbegebiet in den Gutachten nicht erwähnt wird, muss man annehmen, dass Prof. Kurzak davon ausgeht, jeglicher Durchgangsverkehr durch Weßling hat das Ziel A96 und wird somit künftig über die geplante Umgehungsstraße fahren. Das ist aber bei dem Verkehr mit Ziel Gewerbegebiet nicht der Fall. Somit ist die Zahl 7.500 um die Zahl der Kfz zu vermindern, die zu dem geplanten Gewerbegebiet fahren und auf keinen Fall die Umgehungsstraße nutzen werden. Die Entlastung wird also geringer als prognostiziert.

4.3 Rückbau der Ortsdurchfahrt Weßling

Der Vorhabensträger gibt zu, dass der Rückbau von Prof. Kurzak gefordert wurde. D.h. dass dieser Rückbau Voraussetzung für dessen Prognose ist. Wie aber der Rückbau einer Straße aussehen soll, die täglich von 17.000 Kfz (Angaben des Straßenbauamtes Weilheim, Juli 2007) genutzt wird, bleibt offen. Wir behaupten, dass die Straße zwar möglicherweise zur Gemeindestraße herabgestuft wird und damit Weßling zum Baulastträger einer Straße von 17.000 Kfz/Tag wird, der Rückbau aber nicht stattfinden wird. Somit wird auch die Entlastung geringer ausfallen als die Prognose.

4.4 Rückbau der St 2349 (Grünsinkerstraße)

Der "kleine Anteil Zusatzverkehr" muss quantifiziert werden. Wir behaupten, dass er so klein nicht ist.

4.5 Ausmaß der Entlastung fragewürdig

In der Planung wird sehr wohl von einer Entlastung in Prozenten ausgegangen. Dieser Begriff wiederholt sich im Erläuterungsbericht ständig.

In der landesplanerischen Beurteilung, die hier ständig als Begründung herangezogen wird, ist sogar ausschließlich von einer Entlastung in Prozentwerten die Rede. Dort kommt eine Entlastung in Kfz/Tag überhaupt nicht vor.

Im Übrigen wird die Entlastungswirkung inzwischen sogar vom Straßenbauamt Weilheim selbst in Frage gestellt. Es wird zugegeben, dass Weßling auch mit einer neuen Umgehungsstraße mit über 17.000 Kfz/Tag belastet bleibt.

4.6 Analyse der Entlastungsmöglichkeiten durch andere Verkehrsträger

Wir bestreiten entschieden, dass die Planung von Straßen völlig unabhängig von der Berücksichtigung anderer Verkehrsmittel erfolgen darf.

4.7 Raumordnerische Entwicklungsziele

Wir bestreiten entschieden, dass die Planung von Straßen völlig unabhängig von der Berücksichtigung anderer Verkehrsmittel und von der Berücksichtigung großräumiger Zusammenhänge erfolgen darf.

4.8 Großräumige Auswirkungen

Wie wichtig eine gründliche Untersuchung gewesen wäre, zeigt die heutige Realität. Die Verbindung der A96 über die A99-West zur A8 und A9 sorgt täglich für Staus auf der A96 Richtung München über Etterschlag hinaus. Durch diese Staus wird die geplante Umgehungsstraße zu Zeiten des morgendlichen Berufsverkehrs völlig wirkungslos (siehe oben).

Wäre die Planungsbehörde wirklich an einer Entlastung Weßlings interessiert und wollte sie nicht nur eine einmal begonnene Planung koste es was es wolle durchdrücken, würde sie unter Berücksichtigung der großräumigen Auswirkungen die beste Möglichkeit ermitteln. Dazu müsste auch der ÖPNV und eine Ostumfahrung in Verbindung mit dem neuen Gewerbegebiet Gilching/Gauting geprüft werden.

5 Einzelthemen

5.1 Wasserschutzgebiete werden nicht berührt

Unverändert steht im Erläuterungsbericht der Tektur vom 15.09.2005: "Wasserschutzgebiete werden nicht berührt".

 5.2 Angebliche Günstigkeit des Untergrundes im Bereich des Wasserschutzgebietes

Nach wie vor steht eine Erwiderung auf unsere durch ein hydrogeologisches Gutachten untermauerte Argumente aus. Es wurde lediglich die angezweifelte Einschätzung des Wasserwirtschaftsamtes wiederholt.

In der Stellungnahme zur Erstauslegung wird noch behauptet, das WWA hätte keinerlei Bedenken.
In der Stellungnahme zur Tektur wird erklärt, dass eine gutachterliche Stellungnahme "NSG Schluifelder Moos - Hydrogeologie" des geotechnischen Büros UD0 BOSCH aus Markt Rettenbach zur weiteren Klärung der Sachverhalte angefertigt wurde, mit dem angeblich sämtliche Bedenken entkräftet werden.
Warum kennen wir die nicht? Was steht da drin? Nur der Hinweis auf die Existenz einer Begründung reicht nicht!

5.3 Angeblich keine negativen Auswirkungen auf Grundwasser

Die Wiederholung einer falschen Einschätzung des WWA stellt keine fachliche Stellungnahme zu gutachterlich untermauerten Einwänden dar. Somit sind unsere Einwände bisher unwidersprochen.

5.4 Behandlung Oberflächenwasser im Bereich der S-Bahn-Unterführung

Die Wiederholung einer falschen Einschätzung des WWA stellt keine fachliche Stellungnahme zu gutachterlich untermauerten Einwänden dar. Somit sind unsere Einwände bisher unwidersprochen.

5.7 Schwarzspecht

-> Christine Markgraf

Tektur

1 Innerörtlicher Verkehr

Die in der Erwiderung genannten sog. Verkehrsgutachten aus dem Jahr 2003 werden der aktuellen Situation in keiner Weise gerecht. Waren schon 2003 wie einleitend beschrieben Unstimmigkeiten zu beklagen, so findet sich die aktuelle Situation in den Prognosen überhaupt nicht mehr wider, geschweige denn die Situation in der Zukunft.

Den gerügten Mangel an Aktualität mit dem Hinweis auf unzutreffende und veraltete Studien aus 2003 zu beantworten, ist sachlich völlig unangemessen.

2 Überörtlicher Verkehr

Erneut wird auf die Argumentation nicht eingegangen. Alle überörtlichen Argumente wie hier der Anschluss Starnbergs an die A96 werden schlicht ignoriert. Einzig lokale Betrachtungen finden Eingang in die Überlegungen des Vorhabensträgers. Eine Entgegnung auf unsere Einwände steht nach wie vor aus.

3 Ausflugsverkehr

Erneut wird auf die Argumentation nicht eingegangen. Alle überörtlichen Argumente wie hier der Ausflugsverkehr zum westlichen Starnberger See und südlichen Ammersee werden schlicht ignoriert. Einzig lokale Betrachtungen finden Eingang in die Überlegungen des Vorhabensträgers. Eine Entgegnung auf unsere Einwände steht nach wie vor aus.

 4 Öffentlicher Personennahverkehr

Zum wiederholten Mal muss der Auffassung widersprochen werden, dass überregionale Belange und Belange des ÖPNV in der Wahl der Entlastungsmöglichkeit für Weßling und in der Abwägung der unterschiedlichen Belange keine Rolle zu spielen brauchen

 5 FFH-Gebiet DE 7933-301 "Schluifelder Moos u. Bulachmoos"

-> Christine Markgraf

6 FFH Gebiet DE 79331371 "Eichenalleen und Wälder um Meiling und Weßling

-> Christine Markgraf

7 Trinkwasserschutz und Geologie

Erneut wird auf unsere Bedenken mit dem pauschalen Hinweis auf angezweifelten Aussagen entgegnet. Dies stellt keine sachbezogene Auseinandersetzung mit unseren Bedenken dar. Somit steht eine fachlich Erwiderung unverändert aus.

8 Zeitpunkt der Auslegung

Die ohnehin schon große Verwunderung über den Zeitpunkt der Auslegung wird durch die hier zu lesende Erwiderung noch deutlich größer. Das ist mit der allseits propagierten Bürgerfreundlichkeit immer weniger in Einklang zu bringen.

Tektur Artenschutzrechtlicher Beitrag

-> Christine Markgraf

 

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