WörthseeFFH-Prüfung Anhang 1

ÖKOKART München

Anhang 1

Fauna des FFH-Gebietes 7933-371 "Eichenalleen und Wälder um Meiling und Weßling"

Vorkommen und Bestandssituation von Tierarten der Anhangliste II sowie charakteristischer Tierarten der geschützten Lebensraumtypen der Anhangliste I

1 Datenquellen

  • Standarddatenbogen;
  • Artenschutzkartierung Bayern [= ASK], Datenbankauszug Stand 02/2005;
  • Naturschutzfachkartierung Lkr. Starnberg 2003/2004 (BRÄU & OSWALD in litt. und mdl. Mitt., GNOTH-AUSTEN in litt., STELLWAG mdl. Mitt., IFUPLAN in Vorb.);
  • Kartierung von FFH-Anhang II-Tierarten 2003, Gelbbauchunke und Kammmolch (GNOTH-AUSTEN; Hansbauer inl litt. 02/2005);
  • Daten der Koordinationsstelle für Fledermausschutz Südbayern (ZAHN in litt. 02/2005);
  • KUHN, Gutachten zu Hirschkäfer im Raum Wörthsee vs. Umgehungsstraße Weßling, K. Kuhn mdl. Mitt.
  • Angaben von Herrn S. WERNER, LBV Starnberg (mdl. Mitt. 02/2005).

2 Tierarten der Anhangliste II

a) Wirbeltiere

Kammmolch (Triturus cristatus)

Obwohl der Kammmolch im Standard-Datenbogen genannt wird, gibt es keinen sicheren Nachweis der Art für das Schutzgebiet. In der ASK ist eine Meldung für das "Dellinger Buchet NW Delling" erfasst, die auf das Jahr 1989 zurückgehen soll. Nach den aktuellen Erhebungen und Recherchen von GNOTH-AUSTEN (in IFUPLAN 2005) befinden sich aber in dem durch die GaußKrüger- Koordinaten bezeichneten Bereich und dessen Umgriff keine Gewässer. Der in der ASK als Beobachter genannte Herr VOLKMANN aus Schlagenhofen gab bei Nachfrage an (mdl., n. GNOTH-AUSTEN I.c.), dass der Nachweis nicht von ihm stammt. Vermutlich handelt sich um eine Eingabe nach "Hörensagen".

Weder im Rahmen der Amphibien-Landkreiskartierung 1990/91 noch im Zuge der aktuellen Bestandserhebungen im Landkreis (Nachsuche Anhang II- FFH-Amphibienarten 2003, Fachkartierung 2004) konnten im Schutzgebiet oder seinem engeren Umgriff Kammmolche festgestellt werden. Auch "Verdachtsgewässer", die als Lachhabitate für die Art besonders gut geeignet erscheinen, sind aus dem Gebiet nicht bekannt (GNOTH-AUSTEN in ifuplan 2005). Die nächsten aktuell belegten Vorkommen der Art befinden sich

  • etwa 3 km nordwestlich des Schutzgebiets, im südöstlichen Randbereich des Mauerner Waldes in einer ehemaligen Kiesgrube nordwestlich und einem neu angelegten Tümpel westlich von Etterschlag, beides nördlich der BAB A96, und
  • etwa 6,5 km südöstlich des Schutzgebiets, in einem Tümpel in den Buckelwiesen zwischen Perchting und Söcking. Dieses Vorkommen besteht nachweislich bereits seit 1991 (Daten ASK).

Nach GNOTH-AUSTEN weist der Kammmolch im Landkreis Starnberg insgesamt vier Vorkommensschwerpunkte auf, die Wälder [der auslaufenden Endmoräne] westlich Gilching, die Bereiche um Etterschlag und Söcking sowie nordöstlich von Starnberg. Das FFH-Gebiet liegt zwischen den Schwerpunktbereichen Gilching/Etterschlag im Nord und Söcking im Süden, wobei die nachweislich aktuell besiedelten Bereiche des nördlichen Gebiets heute durch die BAB A 96 vollständig und nachhaltig abgetrennt sein dürften.

Gelbbauchunke (Bombina variegata)

Von der Gelbbauchunke war und ist nur ein Vorkommen aus dem FFH-Gebiet bekannt, am äußersten Nordwesteck in einer Kiesgrube an der S-Bahnlinie im Dellinger Buchet. Dort wurde die Art bereits 1990 von DEHN in Pfützen mit Grundwasseranschluss festgestellt (40 Adulte). Das Vorkommen konnte dann in 2003 von GNOTH-AUSTEN bestätigt werden (4 Adulte); bei einer weiteren Begehung in 2004 ließ sich die Art nicht beobachten. Insgesamt kann damit davon ausgegangen werden, dass hier ein kleiner bis maximal mittelgroßer Bestand existiert, der aus den umgebenden Waldungen zum Ablaichen in die Grube einwandert. Die Lebensräume der Art im Grubenbereich werden vom LBV Starnberg gepflegt (S. WERNER, mdl. Mitt.)

Das Vorkommen repräsentiert den südöstlichen Randpunkt eines Vorkommensgebietes rund um Etterschlag und dabei den einzigen noch verbliebenen Bestand südlich der BAB A 96. GNOTH-AUSTEN beschreibt auf Grundlage seiner Kartierungsergebnisse aus den Jahren 1990/91 und 2003/2004 für den Landkreis Starnberg insgesamt drei Vorkommensbereiche. Neben dem o.g. nennt er das Moränenhügelland zwischen Herrsching und Traubing und den Raum Söcking-Maising südwestlich von Starnberg.

b) Wirbellose

Hirschkäfer (Lucanus cervus)

Vom Hirschkäfer konnte nur einziger Nachweis recherchiert, der sich auf das FFH-Gebiet selbst bezieht: Herr D. SCHNEIDER, Geschaftsführer der TQ-Systems GmbH, konnte im Sommer 2004 ein Tier im Bereich der Eichenallee beim Gut Delling beobachten (S. WERNER, LBV Starnberg, mdl. Mitt.).

Die darüber hinaus verfügbaren Daten zur Verbreitung der Art im Raum Wörthsee wurden von K. KUHN (2004) zusammengestellt. Danach liegen konkrete Meldungen aus jüngerer Zeit ausschließlich für den östlichen "parkartigen" Ortsbereich von Steinbach sowie die östlich angrenzenden Waldungen vor. Alle diese Flächen liegen im nördlichen bzw. nordwestlichen Anschluss an das Dellinger Buchet, das Teil des FFH-Gebietes ist. Die entsprechenden Passagen aus KUHN (I.c.) lassen sich wie folgt wiedergeben:

Konkrete Funde/Fundorte

  • 1 Weibchen, Juni 2002, Am Steinberg [Ortrand Steinebach am Wörthsee], Leopold HEINE;
  • 1 Männchen (Totfund), Juli 2002, Am Steinberg/Garten [Ortrand Steinebach am Wörthsee), Rainer GSCHNAIDNER;
  • 1 Männchen, 30. Juni 2003, S-Bahn-Unterführung Dellinger Buchet, Carina HOPPE.

Angaben lokaler Gewährsleute

  • Unregelmäßige Einzelfunde in den letzten 10 Jahren im Bereich der Kuckuckstrasse [Steinebach am Wörthsee] und im nördlich angrenzenden Waldgebiet Richtung Weßling, zwischen Taxleiten und Dellinger Buchet.
  • Auch von Weßlinger Naturschützern werden Einzelfunde im obigen Bereich bestätigt.
  • Nach Auskunft von Dagmar HOPPE, Mitglied im BN-Vorstand der Ortsgruppe Wörthsee, war die Art vor 15-20 Jahren häufiger.

Auf Grundlage der oben aufgeführten Daten vermutetet KUHN (2004: 7), dass die geplante Umgehungsstraße eine Zerschneidung der lokalen Population und damit eine Verringerung der effektiven Populationsgröße bewirken könnte, mit den entsprechenden Negativfolgen, i.W. einem erhöhte Extinktionsrisiko ("Unterschreiten des Minimalareal").

Um dieser Vermutung nachzugehen, erfolgte am 24.03.2005 eine eigene Geländebegehung (U. HECKES & W. LORENZ). Dabei wurden die relevanten FFH-Teilgebiete südlich (Dellinger Buchet) und nördlich der Plantrasse (südlicher Schluifelder Wald) sowie die dazwischen liegenden, trassennahen Waldbestände (Taxleiten usw.) untersucht. Aufgrund der grundsätzlichen Struktur der Waldungen [Fußnote 1: Es handelt sich ein optimales Wuchsgebiet der Buche, die unter diesen Vorrausetzungen ausgesprochen unduldsam ist; Eichen haben deshalb im Bestandsinneren kaum eine Chance.] und der ausgeprägte regionalen Thermophilie des Hirschkäfers, der im Gebiet am Arealrand siedelt, konzentrierte sich die Sichtung auf Bestandsränder in Südexpositionen. Es erfolgte eine grobe Abschätzung der Habitateignung der erfassten Gehölzbestände in drei Stufen:

0 sicher keine Funktion des Bestandes für die Art;
I allgemein ehe geringe Vorkommenswahrscheinlichkeit; allenfalls gelegentliche/begrenzte Nutzung (z.B. Saugstelle Imagines); als Dauer- bzw. Gesamtlebensraum einer vitalen Population nicht geeignet;
II mäßige bis gute Eignung als Dauer- bzw. Gesamtlebensraum; Vorkommen der Art gut möglich, jedoch eher begrenzte Populationsgröße.
III Optimallebensraum; Vorkommen der Art sehr wahrscheinlich; auch größerer Bestände vorstellbar.

Ergebnisse der Habitateignungskartierung

Die Ergebnisse der Kartierung im Einzelnen sind im Anschluss an den Absatz dokumentiert. Es zeigt sich, dass günstige bis optimale Habitate des Hirschkäfers innerhalb des untersuchten Raumes ausschließlich am Südostrand des Dellinger Buchets ("Dellinger Höhe") sowie unmittelbar östlich davon, jenseits der bestehenden St 2068, im Bereich "Kalkofen" vorhanden sind. Im gesamten übrigen Bereich südlich der Plantrasse, in deren engerem Umfeld und insbesondere auch in allen untersuchten Flächen nördlich der Plantrasse konnten nur Waldrandbestände identifiziert werden, die keine oder allenfalls eine geringe Habitateignung für die Art aufweisen (Eignungsklasse 0 oder I). Berücksichtigt man zusätzlich die Verteilung der verfügbaren Nachweise im Untersuchungsraum sowie die ausgeprägte regionale Stenözie der Art im Jungmoränenland, so erscheint es fraglich, ob das lokale Areal überhaupt über die Plantrasse hinweg nach Norden reicht. Die nächsten Vorkommen des Hirschkäfers und nach WERNER (mdl. Mitt.) der eigentliche Schwerpunkt der Art im nördlichen Ammer-Loisach-Hügelland liegt in den westlichen Seitenmoränen des südlichen Ammersees (Bereich Herrsching - Andechs - Pähl), d. h. knapp 10 km südlich der Nachweise um Steinbach und bei Meiling.

A - Dellinger Buchet

1 Südexponierter Bestand N Delling, zwischen St 2068 (östlich) und Aubachtal (westlich)

Waldrandbereich mit gutem Altholzbestand, v.a. Buche, aber auch einige Eichen, zahlreiche Stubben, Südexposition [Bewertung II]. Auf nach Süden streichendem Moränenrücken im Hangschulterbereich licht bis frei stehende, sehr alte und totholzreiche Eichen, viel liegendes Totholz, wärmebegünstigter Standort; größte Eichen mit mehreren Metern Stammumfang [Bewertung III].

2 Südabdachung Dellinger Buchet, Ostteil, westlich St 2068

Große Gruppe von etwa 20 uralten Eichen, mit mehreren Metern Stammdurchmesser, locker bis frei stehend auf mageren, teils auch eutrophierten, trocken-warmen Altgrasfluren, mit kleinen Buschgruppen; südexponierte Hanglage; Tiefe des Bestande knapp 100 m [Bewertung III]; oberhalb Hallenbuchenwaid, unterhalb Acker angrenzend.

Im westlichen Anschluss: Südrand des Buchtet im weiteren ohne ausgeprägte Waldränder; i.W. scharfer Übergang Acker zu Lärchen- und Fichtenpflanzungen sowie jüngerem Buchenstangen- bzw. Hallenbuchenwald [Bewertung 0].

Im westlicher Anschluss: Eine dem Buchet vorgestellte Alteichenallee, freistehend, eher extensiv gepflegt, durch Agrarland [Bewertung II].

3 Südabdachung Dellinger Buchet, Westteil, N Meiling

Ein nach Süden streichender Moränenrücken trägt einige Alteichen [Bewertung II]. Der restliche Randbereich praktisch ohne Altbäume; Hallenbuchenwald grenzt unmittelbar an Acker bzw. Intensivgrünland an; es sind allenfalls schmale Krautsäume mit Schlehentrupps ausgebildet [Bewertung 0].

4 Westrand Dellinger Buchet bis Bahntrasse

W- bzw. NW -exponierter Waldrand mit nur einzelnen älteren Eichen [Bewertung I]; der größte Teil der Strecke bis zum Gleiskörper (im Einschnitt) jedoch ohne Eichen; dort Hallenbuchenwald bis an den Bestandsrand [Bewertung 0].

Bereich II - Südteil Schluifelder Wald

5 Straßennaher Westteil des Südrandes Schluifelder Wald

Nur auf den ersten 200 m von der St 2349 weg nach Osten Waldbestände mit nennenswert tiefem Randbereich aus Laubholz, mit einigen sehr alten Buchen und auch einzelnen alten Eichen; stehendes Totholz ist i.W. Buche; im Unterstand umfangreiches Lager großer Totholzstücke (Stammabschnitte, große Äste, Stubben) [Bewertung I]. Im weiteren Verlauf nach Osten grenzen die forstlich geprägten, jüngeren, vielfach von Fichte dominierten Bestände praktisch unmittelbar an die Agrarflächen an; es ist allenfalls ein unvollständig einreihiger Abschluss aus jüngeren, totholzarmen Buchen und auch Eichen [Bewertung 0] sowie Schlehentrupps ausgebildet.

6 Mittel- und Ostteil des Südrandes Schluifelder Wald

Im Verlauf immer wieder schmale, teilweise auch breitere, forstlich kaum genutzte Altholzbestände entlang des unmittelbaren Randbereichs des Forstes, z.T auch etwas vorgestellt bzw. +/- freistehend; südexponiert. Altholzbestände aber v.a. Buche; nur wenige Eichen und diese eher mittleren Alters und totholzarm; es fehlen Sturzbäume und/oder Stubben, liegendes Totholz i.W. gering dimensioniert [Bewertung I].

Bereich III - Engeres Trassenumfeld, zwischen Buchet und Schluifelder Wald

7 Westrand Schluifelder Wald, Südteil

In der Kurve der alten Verbindungsstraße B12 - Weßling, südlich der Straße, auf Höhe der Querung der Plantrasse, eine kleine Gruppe aus etwa zehn mittelalten und alten Eichen. Standort an Geländekante in Acker. Begrenzte Eignung, aber möglicher Trittstein [Bewertung I].

8 Westrand Taxleiten

Der Westteil des Forstes "Taxleiten" weist i.W. keinen speziellen Waldrandbereich auf, d.h. die forstlich intensiv genutzten Buchen- bzw. Fichtenhochwaldbestände grenzen unmittelbar an die Agrarflächen an. In dem Bereich, der der Plantrasse am stärksten genähert ist, lassen sich einzelne mittelalte Eichen ausmachen, die hier in Westexposition stocken [Bewertung 0].

9 Westrand Schluifelder Wald, Nordteil

In einem kleinen, extensiv genutzten Randbereich des Forstes stocken einige Altbäume, v.a. alte Buchen und Fichten, denen einzelne mittelalte Eichen beigesellt sind. Die Eichen sind arm an Totholz; im Umfeld finden sich nur wenige Stubben, das Aufkommen an liegendem Totholz ist begrenzt; der Bestand ist westexponiert [Bewertung I].

10 Eichengruppe im Grünland W Sportplatz Weßling

Kleine Gruppe von sieben maximal mittelalten Eichen, völlig exponiert im Grünland [Bewertung I].

11 Bestands-Zwickel nähe Bahnlinie, Nordrand Dellinger Buchet

Im Randbereich des nördlichen Dellinger Buchets stockt zwischen monotonen Buchen- und Fichtenforsten ein kleiner, eher extensiv genutzter Laubbaumbestand mit einzelnen mittelalten Eichen; nordostexponiert, kaum Totholz [Bewertung I].

12 Südrand Taxleiten

Entlang des Südrandes der Taxleiten stocken einigen Eichen, auch einzelnen größere bzw. ältere Exemplare; der Bestand ist südexponiert. Die randliche Gehölzzeile ist allerdings nur schmal und unvollständig ausgebildet und wirkt relativ isoliert [Bewertung I].

3 Charakteristische Tierarten der schutzzweckrelevanten Lebensraumtypen

a) Fledermäuse

Für das FFH-Gebiet selbst konnten keine Nachweise von Fledermäusen recherchiert werden. Aus dem engeren Umfeld liegen jedoch insgesamt 14 Meldungen vor, i.W. Quartiernachweise aus den Ortslagen von Oberpfaffenhofen und Weßling sowie Steinebach, von 1981 bis 1999. Als wahrscheinlich aktuell werden Quartiere von Großem Mausohr und Zwergfledermaus bewertet. Für beide Arten sind die Gehölzbestände des Schutzgebiets als Jagdlebensraum grundsätzlich geeignet, aber nur das Große Mausohr ist eine prägnante Charakterart der Buchenwald-Lebensraumtypen [LRT] des Schutzgebietes (v.a. LRT 9130, bedingt auch 9150). Der einzige verfügbare Nachweis der Art bezieht sich allerdings auf ein Männchen-Quartier (St. Jakob in Hochstadt, 1 Tier, 1992, KRINER)

Daten der Koordinationsstelle für Fledermausschutz Südbayern, ZAHN in litt. 02(2005 [in runden Klammern - Anzahl Nachweise; Fettdruck - charakteristische Arten der schutzzweckrelevanten Lebensraumtypen, zusätzlich unterstrichen - Charakterart des dominierenden LRT 9130]: Pipistrellus sp. (1), Großes Mausohr (1), Zweifarbfledermaus (1), Zwergfledermaus (4), Fledermäuse unbestimmt (7).

b) Vögel

Von der aktuellen Naturschutzfachkartierung im Landkreis wurden Flächen innerhalb des FFH-Gebiets nicht erfasst. Aus der ASK liegen Nachweise von insgesamt 30 Vogelarten aus den Jahren 1980 bis 1998, darunter acht typische Arten der schutzweckrelevanten LRTs. Die jüngsten Bestandserhebungen stammen aus den Jahren 1996-98 von G. BÖGEL; sie erfolgten auf einer Aufforstungsfläche im Schluifelder Wald sowie am Kalkofenberg und in einem Niedermoor-Bachauenbereich südöstlich von Delling.

Daten ASK, Stand 02(2005 [Fettdruck - charakteristische Arten der schutzzweckrelevanten Lebensraumtypen, zusätzlich unterstrichen - Charakterart des dominierenden LRT 9130]: Amsel, Blaumeise, Buntspecht, Feldschwirl, Fitis, Gartengrasmücke, Graureiher, Grauspecht, Grünspecht, Heckenbraunelle, Hohltaube, Kormoran, Kuckuck, Misteldrossel, Mönchsgrasmücke, Neuntöter, Pirol, Ringeltaube, Rotkehlchen, Singdrossel, Star, Stieglitz, Stockente, Sumpfmeise, Sumpfrohrsänger, Wacholderdrossel, Waldschnepfe, Wespenbussard, Zaunkönig, Zipzalp.

c) Kriechtiere

Es liegen Nachweise von Blindschleiche und Ringelnatter vor, beide aus Feuchtflächen um den Aubach zwischen SO Delling und Hochstadt und die Ringelnatter zusätzlich unweit nördlich davon, von einem Waldweiher im Klausbühl (Daten ASK, 1990). Die Ringelnatter kann als typische Art der LRTs 6430 und 91EO gelten.

d) Lurche

Im Rahmen der aktuellen Kartierungen in 2003/2004 wurden im Schutzgebiet sechs Gewässer untersucht, eine ehemalige Grube an der S-Bahn am Nordwestrand des Dellinger Buchet und fünf Objekte im Bereich Ochsenweide/Klausbühl im südlich Weßling. Im ersten Fall wurden Bergmolch, Gelbbauchunke, Springfrosch und Grünfrösche des Rana kl. esculenta-Komplexes, im zweiten Fall Berg- und Teichmolch, Spring-, Gras- und Zwergwasserfrosch kartiert (Daten GNOTH-AUSTEN in litt., HANSBAUER in litt). Über die oben genannten Arten hinaus liegen aus der ASK ältere Daten zu Vorkommen von Kammmolch (Südrand Dellinger Buchet, 1989, VOLKMANN; vgl. aber oben), Erdkröte und Laubfrosch vor. Bergmolch, Erdkröte und insbesondere der Springfrosch können als charakteristische Arten der Buchenwald-LRTs, der Grasfrosch als Charakterart der Erlen-Eschenwälder des LRT 91EO hervorgehoben werden. Zu den FFHAnhang lI-Arten Kammmolch und Gelbbauchunke vgl. a. unten.

e) Fische

Es liegt ein Nachweis der Elritze vor (Daten ASK, Aubach W Hochstadt, 1990, BURG ER). Fließgewässer werden jedoch von den Erhaltungszielen des FFH-Gebietes nicht erfasst, so dass die Art im gegebenen Kontext nicht relevant ist.

f) Libellen

Im Rahmen der Naturschutzfachkartierung wurden nur Quellbäche südöstlich von Delling (Aubach-System, 2004, SCHREIBER) untersucht und dabei Libellula depressa und Orthetrum cf. brunneum nachgewiesen. Sieben weitere Arten sind aus dem Schutzgebiet nach teils älteren Daten bekannt

Daten ASK, Stand 02/2005 [Gewässer werden von den Erhaltungszielen des FFH-Gebiets nicht erfasst]: Calopteryx virgo, Coenagrion puella, Cordulia aenea, Ischnura elegans, Platycnemis pennipes, Pyrrhosoma nymphula, Somatochlora flavomaculata.

g) Heuschrecken

Insgesamt sind aus dem Schutzgebiet 15 Heuschreckenarten bekannt unter denen sich auch fünf befinden, die als typische Arten der LRTs anzusehen sind, die Moment des Schutzzwecks sind (i.W. LRTs 6210 und 6430).

[Fettdruck - charakteristische Arten der schutzzweckrelevanten Lebensraumtypen] Daten Naturschutzfachkartierung 2003/2004: Chorthippus albomarginatus, Chorthippus biguttulus, Chorthippus dorsatus, Chorthippus montanus, Chorthippus parallelus, Chrysochraon brachyptera, Chrysochraon dispar, Gornphocerus rufus, Gryllus carnpestris, Mecostethus grossus, Metrioptera roeseli, Omocestus viridulus, Pholidoptera griseoaptera. Zusätzlich Arten nach Daten ASK: Conocephalus discolor (Nachweis 2003), Tettigonia viridissima (Nachweis 1990).

h) Landwanzen

Es liegen Nachweise von acht Wanzenarten vor. Die Daten werden hier nur dokumentiert ohne etwaige LRT-typische Arten zu identifizieren.

Daten Naturschutzfachkartierung 2003/2004: Agramma ruficorne, Chilacis typhae, Spilostethus saxatilis, Graphosoma
lineatum. Zusätzlich Arten nach Daten ASK: Calocoris striatellus, Chilacis typhae, Dryophilocoris flavoquadrimaculatus, Miris striatus.

i) Laufkäfer

Es liegt nur ein Nachweis von Nebria brevicollis vor (Daten ASK), einem kommunen Gehölzbewohner mit sehr breiter ökologischer Valenz.

j) Tagfalter

Aus dem Schutzgebiet sind insgesamt 38 Tagfalterarten bekannt, wobei praktisch alle Arten nur bzw. auch aktuell belegt sind (2001-2004). Das Gros der Nachweise bezieht sich auf offene Flächen in den Randbereichen des Schutzgebiets (z.B. Höhenberg, Feuchtflächen oberer Aubach, Eichenallen) bzw. Lichtungen oder Auflichtungen in den ausgedehnten Waldflächen (z.B. Toteisloch). Relativ wenige Arten sind als besonders typisch für die relevanten LRTs und insbesondere den flächenmäßig stark dominierenden Buchenwaldtyp hervorzuheben.

[Fettdruck - charakteristische Arten der schutzzweckrelevanten Lebensraumtypen] Daten Naturschutzfachkartierung 2003/2004: Aglais urticae, Aphantopus hyperanthus, Argynnis paphia, Brenthis ino, Callophrys rubi, Coenonympha hero, Coenonympha pamphilus, Gonepteryx rhamni, Inachis io, Maniola jurtina, Ochlodes venatus, Pieris napi, Pieris rapae, Plebejus argus, Polyommatus icarus, pyrgus malvae, Quercusia quercus, Vanessa cardui. Zusätzlich Arten nach Daten ASK, i.W. 2001-2003: Anthocharis cardamines, Araschnia levana, Brenthis ino, Carterocephalus palaemon, Clossiana dia, Clossiana euphrosyne, Erebia medusa, Fabriciana adippe, Heodes tityrus, Issoria lathonia, Limenitis camilla, Lysandra bellargus, Melanargia galathea, Papilio machaon, Pararae aegeria, Pieris brassicae, Polyaonia c-album , Satyrium w-album, Thymelicus sylvestris, Vanessa atalanta.

k) Sonstige Falter (Sackträger, Widderchen, "Nachtfalter", "Kleinschmetterlinge")

In der ASK liegen Nachwiese von 43 Arten vor, wobei es sich vielfach um Beibeobachtungen handelt (z.B. Sackträger Taleporia tubulosa, Taubenschwänzchen Macroglossum stellatarum, Widderchen Zygaena sp.). Die Nachweise von Microlepidopteren stammen überwiegend aus dem Ettenhofener Holz westlich Hochstadt (G. FUCHS, 2003). Eine systematische Identifizierung LRT-typischer Arten in der nachfolgenden Liste wurde nicht vorgenommen.

Daten ASK, i.W. 2001-2004 [Fettdruck - charakteristische Arten der schutzzweckrelevanten Lebensraumtypen (nicht systematisch durchgearbeitet)]: Aglia tau, Agonopterix curvipunctosa, Ancylosis oblitella, Autographa gamma, Bucculatrix frangutella, Calybites auroguttella, Camptogramma bilineata, Capua vulgana, Deltote uncula, Diacrisia sannio, Diurnea fagella, Ectypa glyphica, Ematurga atomaria, Epinotia tenerana, Glyphipterix haworthana, Lampronia fuscatella, Lobesia reliquana, Macroglossum stellatarum, Macrothylacia rubi, Nemapogon cloacella, Nematopogon swa mmerdamella, Phyllonorycter coryli, Phyllonorycter geniculella, Phyllonorycter maestingella, Phyllonorycter nicellii, Phyllonorycter oxyacanthae, Phyllonorycter platanoidella, Phyllonorycter sorbi, Phyllonorycter tristrigella, Phyllonorycter ulmifoliella, Psyche casta, Scotopteryx chenopodiata, Stigmella aceris, Stigmella betulicola, Stigmella lemniscella, Stigmella magdalenae, Stigmella microtheriella, Stigmella plagicolella, Stigmella tityrella, Stigmella u Imivora, Taleporia tubulosa, Zygaena ephialtes, Zygaena filipendulae.

I) Höhere Krebse

Es liegt ein Nachweis des Steinkrebs vor (Daten ASK, Aubach W Hochstadt, 1990, BURGER). Die Art ist mit Ergänzung vom 23.09.2003 in den Anhang II der FFH-Richtlinie aufgenommen worden. Nach Auffassung des BAYLFU (SCHREIBER mdl. Mitt.) lässt sich aus dieser Tatsache derzeit keine besondere Schutzwürdigkeit innerhalb des Netzes NATURA 2000 ableiten und die Art ist deshalb insbesondere auch kein notwendiges Moment der Erhaltungsziele [Fußnote 2: "Für die bereits weit in der Umsetzung der FFH-Richtlinie fortgeschrittenen Mitgliedsstaaten der EUR 15 wird zunächst das Vorkommen der neuen Lebensraumtypen und Arten geprüft werden müssen. Welche möglichen Verpflichtungen in Bezug auf z.B. Ergänzungen der Standard-Datenbögen, Neuausweisungen von Natura-2000-Gebieten, Durchführung eines allgemeinen Monitorings nach Artikel 11 und der Berichtspflichten nach Art. 17 sowie Artenschutzverpfichtungen nach Art. 12 ff. sich daraus ergeben können, ist noch zu prüfen." (BALZER et al. 2004: 150 f.)]  bereits bestehender FFH-Gebiete. Sie spielt im gegebenen Fall auch als Charakterart eines Anhang I-Lebensraumtyps keine Rolle, da entsprechende LRTs nicht von den Erhaltungszielen erfasst werden.

m) Landschnecken

In der A5K findet sich nur ein Nachweis der Weinbergschnecke (Helix pomatia), die keine besondere enge Bindung an einen der relevanten LRTs zeigt.

n) Spinnen

Es liegen nur Nachweise von zwei auffälligen, Radnetze bauenden 5pinnenarten, der Garten-Kreuzspinne (Araneus diadematus) und der Zebraspinne (Argiope bruennichi) vor. Beide Arten insbesondere die erstgenannte - sind ökologisch relativ plastisch und können für keinen der relevanten LRTs als besonders charakteristisch angegeben werden.

4 Literatur

BALZER, S., SCHRÖDER, E. & A. SSYMANK (2004): Ergänzung der Anhänge zur FFH-Richtlinie aufgrund der EU-Osterweiterung. - Natur und Landschaft, 79 (45): 145-151.

 

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