WörthseeFFH-Prüfung Anhang 2

ÖKOKART München

Anhang 2 zu den Unterlagen zur FFH-Verträglichkeitsprüfung

Planungen zum Neubau der St 2068 BAB A 96 - Herrsching, Umfahrung Weßling:

FFH-Gebiet DE 7933-371 "Eichenalleen und Wälder um Meiling und Weßling" (Obb., Landkreis Starnberg)

Faunistische Untersuchungen im Bereich des Endmoränenwalls zwischen Weßling und Delling (Brutvögel, Hirschkäfer)

1 Einleitung

Bei der Abarbeitung der faunistischen Aspekte in der FFH-Verträglichkeitsstudie ergaben sich zwei "Problemfälle", bei denen erhebliche Auswirkungen auf die Schutzgüter des NATURA 2000-Gebiets als Folge des geplanten Straßenneubaus nicht mit Sicherheit von vornherein auszuschließen waren und bei denen es zugleich möglich erschien, durch gezielte Untersuchungen vor Ort entscheidungsrelevante Daten zu gewinnen:

(1) Zusätzliche bzw. erhöhte verkehrsbedingte Schallimmissionen in den FFH-Gebietsteilen 7933-371.02 und 03 auf dem Endmoränenwall zwischen Weßling und Delling/Meiling, die u.U. eine Vergrämung charakteristischer Vogelarten der Buchenwaldtypen 9130 und 9150 zur Folge haben könnten.
(2) Eine mögliche Belastung von Beständen des Hirschkäfers (Lucanus cervus, FFH-Art) östlich und westlich der bestehenden St 2068 im Bereich des o.g. Endmoränenwalls - "Dellinger Höhe" und "Kalkofenberg" sowie Seitenalleen im südwestlichen Anschluss (Gebietsteile 7933-371.02 bis 04) - durch Verkehrsverluste, die durch eine projektbedingte Erhöhung des Verkehrsaufkommens auf dieser Straße zunehmen könnten [Fußnote 1: Bezüglich der weiteren Erkenntnisse zur Bestandssituation des Hirschkäfers im Raum siehe auch Anhang 1 "Fauna des FFH-Gebietes 7933-371", Kap. 2.b).]

Für beide Aspekte wurden entsprechende Untersuchungen konzipiert, mit dem Auftraggeber und dem planenden Landschaftsarchitekten abgestimmt und dann im Frühjahr/Sommer 2005 durchgeführt. Die Ergebnisse der Studien werden hiermit vorgelegt.

2 Untersuchungsansätze, Untersuchungsgebiete/-flächen, Methoden

2.1 Avifauna des Endmoränenwalls südlich Weßling

Fragestellung: Kommen im relevanten Bereich potenziell störempfindliche Vogelarten vor, die als charakteristisch für die vom Schutzzweck erfassten Lebensraumtypen gelten müssen? Um welche Arten handelt es sich, wie groß sind die Bestände und wie sind die Reviere dieser Arten räumlich verteilt? Wie hoch ist die Vorbelastung des Bereichs durch die verkehrsbedingten Schallemissionen, wie sie heute von der bestehenden St 2068 ausgehen, und wie sind die Auswirkungen der im Planfall erhöhten bzw. hinzutretenden Schallemissionen einzuschätzen?

Untersuchungsansatz: Flächendeckende, nach Teilflächen differenzierte Brutvogelkartierung des potenziellen Wirkraums (hilfsweise nach 47 dB(A)-Isophone, vgl. hierzu Kap. 3.2.4 der FFH- Verträglichkeitsstudie).

Untersuchungsgebiet/Untersuchungsflächen: Untersuchungsgebiet [= UG] ist der i.W. mit Buchenwald bestockte Endmoränenwall im weiteren Bereich seiner Querung durch die St 2068 alt, zwischen dem südlichen Ortsrand von Weßling im Norden und dem Gut Delling im Süden (Abb. 1 im Fachberichtshang, Kap. 5). Die erfasste Gesamtfläche beläuft sich auf 43 ha.

Das UG wurde in insgesamt sieben Untersuchungsflächen aufgeteilt (vgl. Abb. 1, Kap. 5). Diese wurden so abgegrenzt, dass soweit als möglich in der Ausstattung vergleichbare und gleichzeitig bezüglich der mutmaßlichen aktuellen Schallimmissionen [Fußnote 2: Zum Zeitpunkt der Abgrenzung der Flächen vor Untersuchungsbeginn im Frühjahr waren die Isophonen der Ausbreitungsrechnung noch nicht verfügbar.] deutlich differenzierte Raumeinheiten erhalten wurden. Die Teilflächen werden nachfolgend kurz beschrieben; zur Lage und Abgrenzung vergleiche Karte, M 1: 5.000. Die jeweilige aktuelle Belastung der Flächen durch den Verkehrslärm wurde anhand der Ergebnisse einer vom Auftraggeber zur Verfügung gestellten Ausbreitungsrechnung ermittelt [Fußnote 3: File "Isophonenkarte-Nullfall.dxf", Stand 2. Mai 2005, 10:27:52]; die angegeben Schalldruck-Werte sind Mittelungspegel.

a) Flächen östlich der bestehenden St 2068, Bereich "Kalkofenberg" bis Südrand Weßling

1 - Hangbuchenwald im Norden, zum Ortsrand Weßling hin

Flächengröße 6,5 ha; komplett FFH-Gebiet. Überwiegend ost-, teilweise aber auch westexponierte Bestände unterschiedlichen Alters; bereichsweise auch Altholz dominierend. Auf der Kuppe sehr licht, Gras-/Krautschicht mäßig entwickelt. Zum östlichen Hangfuß hin dichte Jungbuchenbestände und Gebüsche. Im Süden einzelne Eschen und Sträucher vorgelagert.

Entfernung von der alten St 2068 minimal 115 m, maximal 315 m Schallimmission "Nullfall": Am Westrand kleinflächig 54 bis 57 dB(A); etwa die Hälfte der verbleibende Fläche 47 bis 54 dB(A), die andere Hälfte< 47 dB(A).

2 - Jüngerer Buchenwald nördlich "Kalkofenberg"

Flächengröße 4,7 ha; komplett FFH-Gebiet. Lichter Bestand in Hanglage, verschiedene Expositionen; nur ganz vereinzelt Lärchen und kleine Gebüsche eingestreut.

Entfernung von der alten St 2068 minimal 175 m, maximal 335 m. Schallimmission "Nullfall"; Etwa 2/3 der Fläche 34 bis 47 dB(A) und 1/3 der Fläche 47 bis 52/53 dB(A).

3 - Jüngerer Buchenwald, straßennah, zwischen 1 und 4 und östlich von 2

Flächengröße 5,3 ha; teilweise FFH-Gebiet, etwa 2/3 der Fläche. Bestand in Hanglage, verschiedene Expositionen, licht bis dicht, mit einzelnen Gebüschen; lokal Fichten eingestreut. Am Westrand kleine Fichtendickung; Südrand von Altbuchen gesäumt.

Entfernung von der alten St 2068 minimal< 10 m, maximal 180 m. Schallimmission "Nullfall": Knapp 2/3 der Fläche mit etwa 50-53 bis 54 dB(A) und 1/3 der Fläche mit 59 bis 70 dB(A); nur ganz randlich kleinflächig weniger als 47 dB(A).

4 - Ostexponierter Hangmischwald "Kalkofenberg"

Flächengröße 3,2 ha; komplett FFH-Gebiet. Mischwald aus alten Eichen, Buchen und Ahorn; im Unterstand mit Buschwerk. Dichte Gebüsche auch entlang des Hangfußes und teilweise entlang der Hangkante. Im Süden lichter AItbaumbestand aus Eiche und Buche. Im Westen Offenland mit Schlehenzeile vorgelagert.

Entfernung von der alten St 2068 minimal 120 m, maximal 270 m. Schallimmission "Nullfall": Etwa 2/3 der Fläche mit 34 bis 47 dB(A), etwa 1/3 der Fläche 47 bis 54 dB(A); randlich sehr kleinflächig auch 54 dB(A) [< 5 % der Fläche].

b) Flächen westlich der bestehenden St 2068, "Dellinger Buchet"

5 - Jüngerer Buchenwald, straßennah

Flächengröße 4,9 ha; teilweise FFH-Gebiet, etwa 1/3 der Fläche. Ähnlicher Bestand wie 6 (vgl. unten), jedoch nur Südteil in Hanglage; dort vorgelagert dichte Gebüsche. Nordteil mit sehr dicht stehenden Jungbuchen im Unterwuchs.

Entfernung von der alten St 2068 minimal< 10 m, maximal 180 m. Schallimmission "Nullfall": Etwa 2/3 der Fläche 50 bis 59 dB(A) und 1/3 der Fläche 59 bis 70 dB(A); randlich auf schmalen Streifen über 70 dB(A) [etwa 10 m breit, unmittelbares Straßenumfeld]

6 - Jüngerer Buchenwald im südwestlichen Anschluss an 5

Flächengröße 4,3 ha; komplett FFH-Gebiet. Teils lichter, teils dichterer Bestand an der Südabdachung des Moränenhanges, mit jungen Buchen und Ahorn als Unterwuchs. Im Süden alte Eichen vorgelagert, licht, mit Einzelsträuchern und Gebüschen ("Dellinger Höhe").

Entfernung von der alten St 2068 minimal 85 m, maximal 380 m. Schallimmission "Nullfall": Etwa 3/4 der Fläche> 47 dB(A) und 1/4 der Fläche 45 bis 47 dB(A); randlich kleinflächig auch> 54 dB(A) [bis maximal 57-58 dB(A), etwa 0,5 ha, v.a. im Bereich Alteichenbestand].

7 - Unterschiedliche Forstbestände im nördlichen Buchet

Flächengröße 13,8 ha; teilweise FFH-Gebiet, etwa 1/4 der Fläche (Süden). Lichter bis dichter Jungbuchenwald, ältere Fichtenforste mit Laubbaum- und Fichtenjungwuchs sowie Sträuchern im Unterstand, Fichtenschonungen und jüngere Fichten-Altersklassenbestände, grasige Rodungsflächen mit einzelnen Jungbäumen; Bestände vereinzelt mit älteren Buchen und Fichten. Im Südosten verschiedene Buschgruppen.

Entfernung von der alten St 2068 minimal150 m, maximal 600 m. Schallimmission "Nullfall"; Weniger als 1/3 der Fläche mit 47 bis 52 dB(A); Rest mit 42 bis 47 dB(A).

Geländemethoden: Es wurde eine konventionelle Revierkartierung mit vier Begehungen durchgeführt: 26. und 29.4., 10.5., 2.6. sowie 18.6.2005; die Abschätzung der Brutpaarzahlen und die Ermittlung des Status der einzelnen Arten erfolgte nach den gängigen Kriterien (vgl. z.B. PG "ORNITHOLOGIE UND LANDSCHAFTSPLANUNG" DER DO-G 1995). Die Nachweispunkte einzelner besonders relevanter Arten innerhalb der Untersuchungsflächen wurden lagegetreu erfasst (vgl. Karte, M 1: 5.000 [= Unterlage Nr. 3, Übersichtslageplan]).

Auswertungsmethoden: Als Brutvögel i.e.S. werden solche Arten gewertet, für die der Status "sicher", "wahrscheinlich" oder "möglicherweise brütend" (sBV, wBV, mBV bzw. s, w, m) ermittelt wurden. Alle übrigen Arten gehen als "Gastvögel" in die Auswertungen ein.

Zur Identifizierung der charakteristischen Vogelarten des Buchenwald-Lebensraumtyps [= LRT] 9130 sowie des - im UG allerdings nur kleinflächig ausgebildeten - LRT 6120 Kalkmagerrasen wird auf das Leitartenmodell nach FLADE (1994) und dort auf die entsprechenden Arteinstufungen bzw. Art- und Biozönose-Kennwerte zu den Einheiten E18 "Kolline und montane Buchenwälder" (I.c., 320 ff.) und G1 "Trocken- und Halbtrockenrasen" (I.c., 465 ff.) zurückgegriffen.

Der gesetzliche Schutzstatus und der Gefährdungsgrad der nachgewiesenen Arten nach Roter Liste Deutschland (BAUER et al. 2002) und Bayern (FÜNFSTÜCK et al. 2003) werden angegeben, wobei diese Angaben im Zusammenhang überwiegend informellen Charakter haben.

2.2 Hirschkäfer

Die im März 2005 durchgeführte Habitateignungsanalyse ergab, dass für den Hirschkäfer potenziell besonders gut geeignete Bestände unmittelbar östlich und westlich der bestehenden St 2068 im Bereich "Dellinger Höhe" und "Kalkofenberg" sowie den Seitenalleen im südwestlichen Anschluss bestehen (siehe hierzu Anhang 1 "Fauna des FFH-Gebietes 7933-371", Kap. 2.b). Als Folge des geplanten Straßenneubaus wird für diesen Straßenabschnitt eine knapp 20 %ige Erhöhung des Verkehrsaufkommens prognostiziert, wodurch - in der speziellen Situation - die Gefahr einer relevanten Erhöhung von Verkehrsverlusten fliegend querender Hirschkäfer nicht auszuschließen war. Es sollten daher Daten zu folgenden Aspekten gewonnen werden: Kommt der Hirschkäfer in allen als gut geeignet eingestuften Beständen dieses Bereichs überhaupt vor bzw. wie häufig ist er hier; lassen sich Flugbewegungen - u.U. auch über die Straße hinweg - registrieren und wenn ja, in welcher Höhe fliegen die Tiere.

Untersuchungsansatz: Schwerpunktmäßig direkte Suche nach fliegenden Tieren abends an Tagen mit besonders günstigen Witterungsbedingungen; ergänzend verschiedene weitere Methoden zum Artnachweis.

Untersuchungsgebiet/Untersuchungsflächen: Der räumliche Schwerpunkt der Untersuchung lag in den Alteichenbeständen am Südrand des Endmoränenwalls im Bereich seiner Querung durch die St 2068 alt (Dellinger Höhe und Kalkofenberg), zwischen dem südlichen Ortsrand von Weßling im Norden und dem Gut Delling im Süden. Zusätzlich wurden auch die Seitenalleen im südwestlichen Anschluss einbezogen.

Geländemethoden: An insgesamt acht Abenden mit schwülwarmer Witterung wurden die randständigen Solitäreichen und Eichengruppen im Untersuchungsgebiet mit Hilfe eines Feldstechers nach schwärmenden Großkäfern abgesucht: 27.5., 3.6., 17.6., 26.6. bis 28.6., 14. und 15.7 .2005. Die Beobachtungen wurden jeweils gegen 18 bis 20 Uhr aufgenommen und bis etwa 22.30 Uhr fortgeführt. Ergänzend kamen folgende Methoden zum Einsatz:

  • Identifizierung von Brutbäumen/Stubben durch Suche nach Ausschlupf-Löchern im Boden bzw. an faulenden Eichenwurzeln (27.5.),
  • Suche nach Käferresten unter alten Eichen, teilweise mit Hilfe eines Käfersiebs; i.W. Dellinger Höhe (17.6. und 5.8.),
  • Manueller Lichtfang mit einer 12 V-Leuchtanlage mit zwei 15 Watt Leuchtstoffröhren (1 x Schwarzlicht, 1 x superaktinisch) und großem "Leuchtturm"; Südrand Dellinger Buchet (15.7.).

Unabhängig von den eigenen Untersuchungen wurden zeitparallel von Herrn S. WERNER, LBV Starnberg, im Alteichenbestand auf der Dellinger Höhe zwei Fallen mit Lockstoff ausgebracht und im Zeitraum Ende Mai bis Anfang Juli über etwa 5 Wochen betrieben [Fußnote 4: Diese Untersuchungen erfolgten auf Initiative der LWF und der ehemaligen Forstdirektion Oberbayern-Schwaben und sind Bestandteil von übergreifenden Bemühungen, adäquate Methoden zum Nachweis der FFH-Art Hirschkäfer zu entwickeln. Weitere sieben Fallen wurden im Bereich zwischen Herrsching, Erling-Andechs und Pähl installiert.]. Herr WERNER startete zudem einen Aufruf an die örtliche Bevölkerung, auf Hirschkäfer zu achten und ihm Funde zu melden.

3 Ergebnisse

3.1 Avifauna des Endmoränenwalls südlich Weßling

Gesamtbilanz

Insgesamt konnten im Rahmen der aktuellen Erhebungen in dem 43 ha großen UG 45 Vogelarten nachgewiesen werden, 28 Arten als Brutvögel und 17 als Gastvögel (vgl. Tab. 2 im Fachberichtsanhang, Kap. 5). Für die 28 Brutvogelarten summieren sich die ermittelten Brutpaarzahlen [= BP] auf 244, was einer Gesamtabundanz von 56,7 BP pro 10 ha entspricht.

Die Diversität der festgestellten Brutvogelgemeinschaft beläuft sich auf 2,84, bei einer Evenness von 0,85 (SHANNON-Index). Als eudominant erwiesen sich Mönchsgrasmücke (37 BP/15,1 %) und Buchfink (25 BP/10,2 %), als Dominante folgen Rotkehlchen und Amsel (je 24 BP/9,8 %), Zilpzalp (19 BP/7,8 %) sowie Kohl- und Blaumeise (19 und 17 BP/7,8 % und 6,9 %). Häufigster Nicht-Singvogel der Brutvogelgemeinschaft ist nach Datenlage der Buntspecht (5 BP).

Für Buchenwälder, die das Untersuchungsgebiet bei weitem dominieren, sind Artenzahl sowie Diversität und Evenness unter Berücksichtigung der Flächengröße als durchschnittlich, die Gesamtabundanz als deutlich überdurchschnittlich einzustufen [Fußnote 5: 5 Vergleichswerte nach FLADE (1994), Lebensraumtyp E18.]. Von den Leitarten der kollinen und montanen Buchenwälder nach FLADE (1994) ließen sich Hohltaube und Kleiber als Brutvögel sowie Grauspecht, Trauerschnäpper und Sumpfmeise als Gastarten (Status zBb = zur Brutzeit beobachtet) nachweisen; der Waldlaubsänger trat nur im Umgriff auf.

Zustandsbewertung

Große Teile des UG sind NATURA 2000-Schutzgebiet, wobei die Buchenwälder des Lebensraumtyps [= LRT] 9130 den größten Teil der Fläche einnehmen. Anhand der aktuellen Daten ist der Erhaltungszustand der Buchenwaldbestände nach FFH- Kriterien bezüglich des Aspekts "Arteninventar Fauna [IIb Fau]" in Orientierung an den in LFU + LWF (2004) niedergelegten Kriterien mit Stufe "B" zu bewerten: Der Erfüllungsgrad beim Leitartenkollektiv des Lebensraumtyps ist mit fünf von sechs in Betracht kommenden Arten hoch (Hohltaube, Grauspecht, Trauerschnäpper, Sumpfmeise, Kleiber), es fehlt im UG aktuell nur der Waldlaubsänger [Fußnote 6: 6 Vom Waldlaubsänger sind aus dem weiteren Raum verschiedene gesicherte Brutvorkommen bekannt (TK-Quadrant 7933 n. ZAHNER 2005). Auch im engeren Umgriff des UG konnte die Art aktuell zweimal, allerdings relativ früh im Jahr, registriert werden. Bei der Bewertung des Fehlens des Waldlaubsängers ist zudem zu berücksichtigen, dass die Art derzeit einem deutlich negativen Bestandstrend unterliegt, der i.W. auf klimatische Ursachen zurückgeführt wird (FLADE & SCHWARZ 2005). Bei den ornithologischen Arbeiten im Zusammenhang mit dem LBP zum Planvorhaben im Jahr 1998 konnte BURBACH den Waldlaubsänger noch in einem Bereich innerhalb des aktuellen UG nachweisen (vermutlich Untersuchungsfläche 5 oder Nordteil von 7; GRÜNPLAN 1998).]. Drei der fünf nachgewiesenen Arten konnten - trotz Brutzeitbeobachtungen - nur als Gäste eingestuft werden, wobei aber von zwei dieser drei Arten Brutvorkommen innerhalb der Fläche nicht unbedingt zu fordern sind: Der Trauerschnäpper ist in Südbayern offensichtlich von jeher selten bzw. nicht überall vorhanden (BEZZEL & BERNT 2005) und beim Grauspecht umfasst die Reviergröße für ein Brutpaar in der Regel ein Mehrfaches der Untersuchungsgebietsgröße (CONRADS 1980).

Kalkmagerrasen des LRT 6210 sind im Gebiet so kleinflächig ausgeprägt, dass die Etablierung einer eigenständigen Vogelgemeinschaft aus Flächengründen nicht gefordert werden kann und damit eine Bewertung über das Brutvogelinventar hier nicht sinnvoll ist. Immerhin ist festzuhalten, dass sich mit dem Neuntöter die zentrale regionale Leitart des Lebensraumtyps in einem Brutpaar nachweisen ließ, und auch die "lebensraumholde" Goldammer - im Jungmoränenland mittlerweile gefährdet - besetzt mit einigen Paaren entsprechende Saumstrukturen.

Tab. 1 Vögel. Biozönotische Kennwerte

Untersuchunosfläche Nr. 7 6 5 St 2068 3 2 1 4
Flächengröße [ha] 13,8 4,3 4,9   5,3 4,7 6,5 3,2
Distanz St minimal [m] 150 85 <10   <10 175 115 120
Distanz St maximal [m] 600 380 180   180 335 315 270
Schallbelastung [m] gering mittel hoch   hoch mittel mittel mittel
Bilanz Gesamtzönose
Artenzahl BV - Gäste 21+13 15+6 12+10   11+9 15+7 15+5 11+12
Anzahl Brutpaare 75 22 24   22 30 48 23
Siedlungsdichte [BO/ha] 5,4 5,1 4,9   4,2 6,4 7,4 7,2
Vogelgemeinschaft der Buchenwälder E18 [Siedlungsdichte in BP/ha bzw. Status /(Gastarten)]
Leitarten
Hohltaube - G -   - - 0,22 -
Grauspecht zBb - -   - - - -
Trauerschnäpper - - -   - zBb - -
Sumpfmeise NG - zBb   - - - zBb
Kleiber 0,14 0,23 0,20   0,19 0,43 0,44 0,31
Begleitarten          
Buntspecht 0,7 2,3 -   1,9 2,1 2,2 -
Zaunkönig 1,4 2,3 -   - - 2,2 -
Rotkehlchen 4,3 2,3 8,2   5,7 12,8 6,7 3,1
Amsel 6,5 4,7 4,1   3,8 4,3 13,3 3,1
Singdrossel 3,6 2,3 2,0   1,9 2,1 2,2 -
Kohlmeise 1,4 4,7 4,1   5,7 4,3 11,1 9,4
Buchfink 3,6 4,7 6,1   7,5 6,4 13,3 6,3
Artenbilanz Waldvogelgilden
Laubwaldarten 0 + 2 1 + 0 0 + 2   1 + 1 2 + 0 1 + 0 2 + 1
Nadelwaldarten 3 + 2 2 + 0 1 + 0   0 + 4 3 + 1 0 + 0 0 + 1
Höhlenbrüter 3 + 3 3 + 1 1 + 3   2 + 1 3 + 2 3 + 0 1 + 3
Bodenbrüter 3 + 0 2 + 0 2 + 0   1 + 1 2 + 1 2 + 0 2 + 0
Vogelgemeinschaft der Magerrasen G1 [Siedlungsdichte in BP/ha - Status (Gastarten)]
Leitarten
Neuntöter - - -   - - - 0,31
Lebensraumholde Arten
Goldammer 0,36 0,23 0,20         0,31

Zustand der Teilflächen, speziell im Verhältnis zur aktuellen Lärmbelastung

Die Verteilung der Nachweise auf die Untersuchungsflächen im Einzelnen ist in den Tabellen 3 (Gesamtspektrum, Brutpaar- bzw. Individuenzahlen) und 4 (nur Brutvögel, Siedlungsdichten) im Fachberichtsanhang, Kap. 5, dokumentiert.

An den ausgewählten Kennwerten, die in Tab. 1 zusammengestellt sind, wird deutlich, dass der Beitrag, den die Teilflächen östlich der Staatsstraße zum Erhalt der buchenwaldtypischen Avizönose des UG liefern, höher ist als der der Flächen westlich der Straße. Der Grund dafür liegt v.a. in der besseren Ausstattung mit Altholz, die Kennwerte werden z.T. zusätzlich auch durch die längeren Grenzlinien zum Offenland positiv beeinflusst. Von den offensichtlich günstigeren Bereichen östlich der Staatsstraße ist speziell die nördliche Fläche 1 hervorzuheben, die in Hinblick auf die Buchenwaldzönose i.e.S. durch

  • das Brutvorkommen der Hohltaube (1 BP, einziges Paar im UG!),
  • die hohe Siedlungsdichte beim Kleiber,
  • das komplette Spektrum der typischen Begleitarten, mit besonders hohen Dichtewerten bei der höhlenbrütenden Kohlmeise, sowie
  • die allgemein hohe Siedlungsdichte

gekennzeichnet ist (vgl. a. Tab. 4). Teilweise bzw. tendenziell deuten aber auch die Werte für die Flächen 2 und 4 in die gleiche Richtung.

Vorbelastung: Vergleicht man die Bestandsdaten zu den straßennahen, aktuell deutlich verlärmten Flächen 3 und 5 mit denen der weiter entfernt liegenden, mittel bis gering verlärmten Flächen, so werden keine Differenzen erkennbar, die auf eine nennenswerte Belastung der charakteristischen Buchenwald-Avifauna schließen lassen (vgl. v.a. Tab. 1, auch Tab. 4 im Fachberichtsanhang). Die entsprechenden Kennwerte - sowohl die aggregierenden (Anzahl Leit- und Begleitarten) als auch die artbezogenen (Vorkommen/Fehlen bzw. Siedlungsdichte) - variieren ungerichtet bzw. in offensichtlicher Abhängigkeit von Unterschieden in der strukturellen Ausstattung der Untersuchungsflächen.

Für die relativ niedrige Gesamtartenzahl und Gesamtabundanz der beiden straßennahen Flächen 3 und 5 dagegen erscheint ein Zusammenhang mit den verkehrsbedingten Schallimmissionen durchaus möglich. Die niedrigeren Werte decken sich gut mit den Beobachtungen im Gelände: Bei beiden Flächen konnten auf einem schmalen Streifen vom Fahrbahnrand aus bis etwa 20 m in das Bestandsinnere hinein (Mittelungspegel hier um 70 dB(A) und mehr; je etwa 10-15 % der Untersuchungsflächen) praktisch überhaupt keine Vögel nachgewiesen werden, während sich jenseits davon weder augenfällige Dichtereduktionen noch unerklärliche Artausfälle registrieren ließen. Zu erklären ist dies am ehesten mit der akustischen Revierabgrenzung: Ist der Straßenverkehr so laut, dass die Gesänge nicht erkannt werden können bzw. sogar vollständig in den Fremdgeräuschen untergehen, unterbleibt eine Revieretablierung. Sobald die Gesänge jedoch wieder hör- und für die Arten deutbar werden, erfolgt auch im Bereich nach wie vor deutlicher Schallimmissionen wieder ein Aufbau von Brutrevieren.

Abschätzung und Bewertung der Auswirkungen der mit dem Straßenneubau zu erwartenden Emissionserhöhung

Für das Gros der FFH-Gebietsfläche innerhalb des UG wird eine allenfalls sehr geringfügige Erhöhung der Lärmbelastung prognostiziert, für die nennenswerte Auswirkungen auf die relevanten Arten auszuschließen sind. In der Ausbreitungsrechnung "Planfall" sind die relevanten Isophonen gegenüber dem "Nullfall" um maximal 5 bis 15 m in Richtung auf das Bestandsinnere verschoben, was i.W. auf die zu erwartende Erhöhung des Verkehrsaufkommens auf der bestehenden St 2068 im Querungsbereich des Endmoränenwalls zurückzuführen ist. Für den Nordteil des Höhenrückens zwischen dem Südrand Weßling und dem "Kalkofenberg", der hier durch die Untersuchungsfläche 1 erfasst ist und der - u.a. durch das Brutvorkommen der Hohltaube - von besondere Bedeutung ist (vgl. oben), würde sich sogar eine begrenzte Entlastung ergeben, wohl bewirkt durch die Anbindung der Neubaustrecke mittels eines Kreisels und die damit im Bereich verringerten Fahrgeschwindigkeiten.

Die Neubaustrecke entlang des Nordrands des Dellinger Buchets würde in den Flächen innerhalb des FFH-Gebiets aufgrund der gegebenen Geomorphologie nur im Bereich nordwestlich des Alteichenbestandes der Dellinger Höhe eine nennenswerte Veränderung der Schallimmissionen bewirken. Hier würde sich auf einer Fläche von etwas mehr als 3 ha die Immission von 44 bis 47 dB(A) auf 47 bis 50 dB(A) erhöhen.

Der entsprechende Bereich umfasst den Südteil der Untersuchungsfläche 7 und den Westteil von Fläche 6 (vgl. Karte). Gemäß LAMPRECHT et al. (2004) und RECK et al. (2001) müsste auf einer so verlärmten Fläche eine Minderung der Lebensraumeignung angesetzt werden, die einem Lebensraumverlust von 0,75 ha für die relevanten Vogelarten entspricht (= 25 % [Fußnote 7: nicht gleichzusetzen mit einem absoluten Flächenverlust des entsprechenden LRT!]). Für die LRT-typischen Buchenwaldarten mit höherem Arealbedarf bliebe ein solcher Verlust sicher unterhalb der Bagatellegrenze, bei kleinräumiger gebundenen Arten wie etwa dem Kleiber wäre dagegen rein formal der Verlust eines einzelnen Brutpaars nicht auszuschließen. Festzuhalten ist aber, dass die aktuellen Erhebungen keinerlei Hinweise darauf liefern, dass im Gebiet Flächen, die derzeit in einer entsprechenden Größenordnung verlärmt sind, überhaupt nennenswerten immissionsbedingten Funktionsverlusten für die buchenwaldtypische Avifauna unterliegen. Stellt man abschließend in Rechnung, dass die Avifauna nur ein Moment des lebensraumtypischen Artengefüges ist und u.a. deshalb bei den charakteristischen Arten eines LRT auch eine höhere Veränderungstoleranz einzuräumen ist als bei den Anhang II-Arten (LAMPRECHT et al. I.c.: 146), erscheint die Erheblichkeitsschwelle hier in keinem Fall überschritten.

3.2 Hirschkäfer

Bei den eigenen Untersuchungen konnten keine Hirschkäfer nachgewiesen werden. Auch die Exposition der Lockfallen im Untersuchungsgebiet durch WERNER erbrachte keine Nachweise [Fußnote 8: Aus der Umfrage bei der Bevölkerung ergab sich allerdings für den Planungsraum i.w.S. ein Hinweis, der als zuverlässig eingestuft wurde: "Ende Juni 2005 fand ein Brennholz-Selbstwerber beim Aufarbeiten einer Eiche, die ein Gewitter gerissen hatte, zwei männliche Hirschkäfer beim Lecken von Baumsaft. Er arbeitete nördlich der Grünsinker Straße, an der Südostseite vom Höhenberg, wo auch einige Solitäreichen stehen." (WERNER in litt. und mündliche Mitt., Juli 2005). Der Nachweis liegt innerhalb des Schutzgebietes, im Teilgebiet südlicher Schluifelder Wald, und dabei minimal etwa 1.400 m vom Plantrassenverlauf entfernt.].

Bei der Suche nach fliegenden Hirschkäfern wurde festgestellt, dass die Eichenstandorte phasenweise durchaus intensiv von schwärmenden Käfern und anderen größeren Insekten sowie in der Folge auch von Fledermäusen aufgesucht werden. Eindeutiger Schwerpunkt entsprechender Beobachtungen - wohl v.a. späte Maikäfer (Melolontha sp.), Junikäfer (Amphimallon sp.) sowie verschiedene Schnellkäfer (Elateridae), Bockkäfer (Cerambycidae) wie auch weitere, im Flug nicht identifizierbare Arten - waren die Solitäreichen am südexponierten Rand der Dellinger Höhe. Die bemerkenswerteste Art, die fliegend registriert wurde, war ein großer Sägebock, Prionus coriarius, der am 3.6. in der Seitenallee bei Delling schwärmte. Die Larven dieser Art weisen sehr ähnliche Lebensraumansprüche wie die der Hirschkäfer auf und gehören offensichtlich zur seiner typischen Begleitfauna (SPRECHER-UEBERSAX 2001).

Hirschkäfer- Imagines ernähren sich "hauptsächlich vom austretenden Saft alter Eichen" (KLAUSNITZER & WURST 2003). Nur an wenigen Eichen im UG konnten aktuell größere und frische Verwundungen festgestellt werden [Fußnote 9: Das Angebot an Saftstellen ist aber sicher größer. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass im Kronenbereich und damit von unten nicht einsehbar - vielfach ein unerwartet breites Angebot an besteht, das nachweislich auch von den Tieren genutzt wird (BUßLER mdl. Mitt.).]. Einige dieser Stellen, speziell ein größerer Astbruch in der Allee bei Delling, wurden regelmäßig abgesucht. Zwar konnten dabei keine Hirschkäfer entdeckt werden, aber die Anwesenheit zahlreicher anderer Insekten verriet doch das Vorhandensein von geeignetem (gärendem) Baumsaft: Rosenkäfer Cetonia aurata und Kleinkäfer aus den Familien der Glanzkäfer (Nitidulidae), Stutzkäfer (Histeridae) und Kurzflügelkäfer (Staphylinidae) sowie Hornissen (Vespa crabro).

Hirschkäfer fliegen künstliche Lichtquellen an. Beim Lichtfang am 15.7. wurde jedoch nur ein einziger Totholzkäfer gefangen, Prionychus ater aus der Familie der Pflanzenkäfer (Alleculidae); die Art lebt hinter der Rinde morscher Laubbäume. Überraschend war dagegen ein starker Anflug zahlreicher hygrophiler bzw. in ihrer Larvalentwicklung an aquatische Lebensräume gebundener Insektenarten, darunter besonders bemerkenswert die extrem seltenen Köcherfliegen Orthotrichia tragettii und Oxyethira tristella (Familie Hydroptilidae; jeweils zweiter Nachweis für Bayern!) sowie der stark gefährdete Limnephilus incisus (Familie Limnephilidae). Die Nachweise sind wohl teils auf das Aubachsystem und teils auf die beiden Seen im Becken zu beziehen.

Bei der Suche nach Hirschkäferresten, die aufgrund ihrer starken Chitinisierung vielfach lange erhalten bleiben, am Fuße geeigneter Bäume bzw. Stubben wurden zahlreiche Überreste anderer Holzkäfer gefunden, u.a. vom Rosenkäfer und von Schnellkäfern der Gattung Ampedus. Mehrere Funde von Blatthornkäfern der Gattung Trox weisen auf ein gutes Angebot an Baumhöhlen hin, die von Vögeln und Säugern, wie z.B. Siebenschläfern, genutzt werden oder wurden. Unter loser Rinde alter Eichen fand sich eine individuen- und artenreiche Gemeinschaft aus Arten wie Uleiota planata aus der Familie Cucujidae und anderen abgeplatteten Käfern dieser Familie und z.B. der Glanzkäfer (Nitidulidae).

Weitere bemerkenswerte Totholzkäferfunde sind der Zwerghirschkäfer oder Balkenschröter (Dorcus parallelepipedus; 1 Tier unter alten Eichen am Kalkofenberg) sowie mit dem Kurzhornschröter (Sinodendron cylindricum) noch ein weiterer Vertreter der Hirschkäfer (Lucanidae) und schließlich der Blutrote Schnellkäfer (Ampedus sanguineus; 3 Tiere Eichenallee Gut Delling), dessen Larve räuberisch in morschem Holz, v.a. Buche und Eiche, lebt.

Abschätzung und Bewertung der Auswirkungen der mit dem Straßenneubau zu erwartenden Erhöhung des Verkehrsaufkommens

Obwohl verschiedene Beobachtungen im Rahmen der aktuellen Arbeiten die Einschätzung des untersuchten Bereichs als prinzipiell günstigen Hirschkäferlebensraum bestätigen, muss doch das völlige Fehlen von aktuellen Nachweisen des Käfers selbst bzw. eindeutiger Lebensspuren als starkes Indiz dafür gewertet werden, dass hier nur ein kleiner bis sehr kleiner, wohl auch nur punktuell ausgebildeter Bestand der Art existiert. Die Beobachtung eines Tieres an der Seitenallee beim Gut Delling in 2004 bleibt weiterhin der einzige verfügbare Beleg für die Existenz der Art nicht nur in diesem Bereich sondern in der Gesamtheit aller Schutzgebietsbestandteile südlich von Weßling.

Nachdem die aktuelle Studie keine Positivnachweise brachte, kann sich die Beurteilung der Situation nur auf allgemeine Daten zu Ökologie und Verhalten der Art stützen. Folgende Daten bzw. Beobachtungen erscheinen dabei vorrangig relevant:

  • Die Hirschkäferweibchen neigen in der Regel offensichtlich nur zu geringe Ortsbewegungen und halten sich überwiegend innerhalb des Waldes auf (Innensaum). Die Männchen sind dagegen deutlich "flugfreudiger" und überwinden - v.a. entlang der Außensäume der Waidränder - regelmäßig auch Distanzen von mehreren hundert Metern (SPRECHER-UEBERSAX 2001); KLAUSNITZER & WURST (2003) geben für die Ortswechsel der Männchen sogar eine Distanz von bis zu 5 km an.
  • Nach KLAUSNITZER & WURST (I.c.) fliegt der Hirschkäfer meist "in Bodennähe", seltener in 68 m Höhe und nur bei der Überwindung von Talmulden auch höher. In einem Tageszeitungsartikel (WAZ, vom 30.6.2004), der auf den Ergebnissen einer aktuellen Hirschkäfer-Studie von HILPÜSCH (2004) in NRW beruht, findet sich die Angabe "2 bis 3 m Höhe". ASSMANN (mdl. Mitt. 2005) beobachtete dagegen bei der Population der Jochensteiner Hänge bei Passau (FFH-Gebiet 7446-301 Donauleiten von Passau bis Jochenstein) vielfach Flüge in mehreren Metern Höhe, jedoch konnte auch er Flugbewegungen unterhalb von 2 m über Grund registrieren, v.a. bei der Querung von Freiflächen. BUßLER (mdl. Mitt. 2005) schließlich konnte in einem über 15-jährigen Zeitraum mit regelmäßigen Beobachtungen v.a. in Westmittelfranken weitgreifende Flugbewegungen fast ausschließlich in höheren Strata registrieren, i.W. 10-15 m, gelegentlich sogar bis 20 m über Grund; nur beim Einschwenken auf oder beim Abflug von niedrig gelegenen Rendezvousplätzen ergaben sich auch Flughöhen < 5 m, gelegentlich sogar auch< 2 m.
  • Verkehrsopfer wurden beim Hirschkäfer verschiedentlich bekannt, auch wenn offensichtlich nicht in einem Ausmaß, dass es zu einer Aufnahme in die aktuelle kompilierende Darstellung von KLAUSNITZER & WURST (2003) im Abschnitt "Gefährdungsursachen und -verursacher" geführt hätte. ASSMANN (mdl. Mitt.) berichtet von einem Hirschkäfer, der ihm bei einer Fahrt entlang der Uferstraße am Fuß der Jochensteiner Hänge gegen die Windschutzscheibe flog, davon aber nur leicht irritiert wurde und wieder unverletzt abfliegen konnte. BUßLER (md!. Mitt.) registrierte zahlreiche Verkehrsopfer entlang einer Waldschneise auf dem StOÜPl Hammelburg, die von Militärfahrzeugen genutzt wird. Das Waldgebiet ist weithin geschlossen, so dass sich die Flugbewegungen des lokalen Hirschkäferbestandes zwangsläufig auf diese Struktur konzentrieren und die Flüge dabei wohl auch i.W. parallel zu den Bewegungen der Kraftfahrzeuge erfolgen (erhöhte "Trefferrate"). Bei aktuellen Untersuchungen am Hirschkäfer im FFH-Gebiet 6377-301 "Vorderer Steigerwald mit Schwanberg" konnte BUßLER (mdl. Mitt.) dagegen auf einem etwa 100 m langen Straßenabschnitt am Kehrenberg, der durch einen gut besetzten Hirschkäferlebensraum führt, trotz gezielter Nachsuche kein einziges kollidiertes Tier auffinden, obwohl Hirschkäfer hier mehrfach auch in den Bäumen unmittelbar am Straßenrand beobachtet werden konnten.

Bewertet man die lokale Situation am Moränenhang südlich Weßling und den südwestlich anschließenden Alleen unter Berücksichtigung der obigen Erkenntnisse, so kann zwar eine gewisse Vergrößerung des Risikos von Verkehrsverlusten als Resultat der prognostizierten Erhöhung des Verkehrsaufkommens nicht ausgeschlossen werden, es ist aber andererseits aus dem gegebenen Arrangement der potenziellen Teillebensräume auch keine besondere Gefährdung abzuleiten. So sind Flugbewegungen im Bereich der besonders günstigen Habitate auf der Südseite des Moränenhangs vorrangig parallel zum Hangfuß/Waldrand und damit senkrecht zur bestehenden ST 2068 zu erwarten. Bei den schwach frequentierten Feldwegen entlang der Seitenalleen in der südwestlichen Fortsetzung ist ohnehin keine Veränderung der derzeitigen Situation prognostiziert. Was die Hauptallee entlang des St 2068 anbelangt, die bis fast nach Seefeld reicht, so ist diese als Fortpflanzungslebensraum auch gemäß der Einschätzung von KUHN (2004) wenig geeignet. Sie bietet aber sicher insbesondere im Kronenbereich SaftsteIlen, die von den Imagines zur Nahrungsaufnahme aufgesucht werden könnten. Für die hierfür erforderlichen Flugbewegungen bestehen aber breitere Möglichkeiten als bei dem oben genannten "Waldschneisen-Beispiel" (vgl. oben, Hammelburg, n. BUßLER mdl. Mitt.), nämlich im Kronenbereich oder auf der Außenseite der Allee. Dadurch erscheint das Risiko für Kollisionen und entsprechend auch für eine relevante Erhöhung dieses Risikos in Folge des verstärkten Verkehrsaufkommens eher begrenzt ist.

Um dem dennoch insgesamt nicht vollständig auszuschließenden Risiko einer projektbedingten Erhöhung von Individuenverlusten Rechnung zu tragen, schlagen wir vor, den lokalen Bestand durch die Anlage von sog. "Brutmeilern" zu stützen (vgl. z.B. TOCHTERMANN 1992), deren Wirksamkeit vielfach belegt ist. Es wird empfohlen, sich hier an die diesbezüglichen Aktivitäten des LBV Starnberg unter Leitung von Herrn S. WERNER anzuschließen. Dabei könnte z.B. auch Eichentotholz genutzt werden, das bei Pflegearbeiten der Straßenmeisterei entlang der Allee oder anderen Strecken im Landkreis anfällt. Die entsprechenden Bemühungen sollten dabei möglichst so angelegt werden, dass eine längerfristige Fortschreibung der Maßnahmen gewährleistet ist.

Unter diesen Voraussetzungen sind u.E. als erheblich zu bewertende Negativwirkungen des Planvorhabens auf die durch das FFH-Gebiet erfassten Hirschkäferbestände auszuschließen.

4 Literatur

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BEZZEL, E. & A. BERNT (2005): Trauerschnäpper Ficedula [h.] hypoleuca. - In: BEZZEL, E., GEIERSBERGER, I. VON LOSSOW, G. & R. PFEIFER (2005): Brutvögel in Bayern. Verbreitung 1996 bis 1999. - Bayerisches Landesamt für Umweltschutz, Ornithologische Gesellschaft in Bayern e.V. & Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (Hrsg.); Ulmer Verlag, Stuttgart, 378-379.

BEZZEL, E., GEIERSBERGER, I. VON LOSSOW, G. & R. PFEIFER (2005): Brutvögel in Bayern. Verbreitung 1996 bis 1999. - Bayerisches Landesamt für Umweltschutz, Ornithologische Gesellschaft in Bayern e.V. & Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (Hrsg.); Ulmer Verlag, Stuttgart, 555 S.

CONRADS, K. (1980): Picus canus - GRAUSPECHT. - In: GLUTZ VON BLOTZHEIM, U. & K.M. BAUER: Handbuch der Vögel Mitteleuropas. Band 9 Columbiformes bis Piciformes. - Aula Verlag Wiesbaden, 917-942.

FLADE, M. & J. SCHWARZ (2005): Ergebnisse des DDA-Monitoringprogramms, Teil II: Bestandsentwicklung von Waldvögeln in Deutschland 1989-2003. - Vogelwelt, Wiebelsheim, 125: 177-213.

FLADE, M. (1994): Die Brutvogelgemeinschaften Mittel- und Norddeutschlands. Grundlagen für den Gebrauch vogelkundlicher Daten in der Landschaftsplanung. - IHW-Verlag, Eching, 879 S.

FÜNFSTÜCK, H.-J., VON LOSSOW, G. & H. SCHÖPF (2003): Rote Liste gefährdeter Brutvögel (Aves) Bayerns. - Schriftenreihe des Bayerischen Landesamtes für Umweltschutz, Augsburg, 166: 39-44.

GRÜNPLAN (1998): St 2068 BAB A 96 - Herrsching, Umfahrung Weßling, Bau-km 0+000 bis Bau-km 3+340, Str.-km 29,260 der St 2068 bis Str.-km 11,396 der St 2348. Landschaftspflegerischer Begleitplan. - Unpubl. Gutachten im Auftrag des Straßenbauamts München; Grünplan GmbH Freising, Autor: A. NEUMAIR; 19 S.

GRÜNPLAN GmbH (2005): St 2068 BAB A 96 - Herrsching, Umfahrung Weßling, Bau-km 0+000 bis Bau-km 3+340, Str.-km 29,260 der St 2068 bis Str.-km 11,396 der St 2348. FFH - Vorstudie: Prognose möglicher Beeinträchtigungen der Erhaltungsziele des FFH-Gebietes Nr. DE 7933371 "Eichenalleen und Wälder um Meiling und Weßling" im Landkreis Starnberg. - Unpubl. Gutachten im Auftrag des Straßenbauamts München; Grünplan GmbH Freising, Autor: A. NEUMAIR.

HILPÜSCH, A. (2004): Aktuelle Untersuchungen zum Hirschkäfervorkommen in HeiligenhausIsenbügel (Ins., Col. Lucanidae). - Coleo, Mönchengladbach, 5: 36-46

KLAUSNITZER, B. & C. WURST (2003): 4.8 Lucanus cervus (LINNAEUS, 1758). - In: PETERSEN, B. et al.: Das europäische Schutzgebietssystem NATURA 2000. Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 1: Pflanzen und Wirbellose. - Schriften reihe für Landschaftspflege und Naturschutz, Bann-Bad Godesberg, 69 (1): 403-414.

KUHN, K. (2004): Gefährdung des Hirschkäfers (Lucanus cervus) durch den Neubau der Umgehungsstraße von Weßling. - Unpubl. Gutachten, Augsburg, 8 S.

LAMBRECHT, H., TRAUTNER, J., KA.ULE, G. & E. GASSNER (2004): Ermittlung von erheblichen Beeinträchtigungen im Rahmen der FFH-Verträglichkeitsuntersuchung. - FuE-Vorhaben im Rahmen des Umweltforschungsplanes des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz - FKZ 801 82 130 [unter Mitarb. von M. RAHDE u.a.] - Endbericht; Hannover, Filderstadt, Stuttgart, Bann; April 2004, 316 S.

PG "ORNITHOLOGIE UND LANDSCHAFTSPLANUNG" DER DO-G 1995 [= Projektgruppe 'Ornithologie und Landschaftsplanung' der Deutschen Ornithologen -Gesellschaft] (1995): Qualitätsstandards für den Gebrauch vogelkundlicher Daten in raumbedeutsamen Planungen. - Selbstverlag, NFN Medien-Service Natur, Minden (Vertrieb), 36 S.

RECK, H., HERDEN, c., RASSMUS, J. & R. WALTER (2001): Die Beurteilung von Lärmwirkungen auf freilebende Tierarten und die Qualität ihrer Lebensräume - Grundlagen und Konventionsvorschläge für die Regelung von Eingriffen nach § 8 NatSchG. - Angewandte Landschaftsökologie, Bonn (Bundesamt für Naturschutz), 44: 125-152.

SPRECHER-UEBERSAX, E. (2001): Studien zur Biologie und Phänologie des Hirschkäfers im Raum Basel mit Empfehlungen von Schutzmaßnahmen zur Erhaltung und Förderung des Bestandes in der Region (Coleoptera: Lucanidae, Lucanus cervus L.). - Dissertation Universität Basel, 196 S.

TOCHTERMANN, E. (1992): Neue biologische Fakten und Problematik der Hirschkäferförderung. - Allg. Forst Zeitschrift 6: 308-311.

ZAHN ER, V. (2005): Waldlaubsänger Phylloseopus sibilatrix. - In: BEZZEL, E., GEIERSBERGER, I. VON LOSSOW, G. & R. PFEIFER (2005): Brutvögel in Bayern. Verbreitung 1996 bis 1999. - Bayerisches Landesamt für Umweltschutz, Ornithologische Gesellschaft in Bayern e.V. & Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (Hrsg.); Ulmer Verlag, Stuttgart, 378-379.

5 Fachberichtsanhang (Tabellen und Abbildung)

Tab. 2 Vögel. Gesamtartenliste für das Untersuchungsgebiet, Moränenwald SSW Weßling

Datengrundlage: Eigene Bestandsaufnahmen im Frühjahr 2005, Fläche 43 ha, vier Kartierungsgänge. D, B, R - Gefährdungsgrad nach Roter Liste Deutschland (D) bzw. Bayern (B - gesamt, R - regional, hier AvA = Alpen und Jungmoräne): 3 - gefährdet, V - Vorwarnliste. AVO - Status nach Bundesartenschutzverordnung: 1 - besonders geschützte Art, 1* - streng geschützte Art. VRL - Arten des Anhang I der Vogelschutzrichtlinie. Arten: Arten im Fettdruck = Leitarten der FFH-relevanten Lebensraumtypen, Kennung nach FLADE (1994) in eckigen Kiammern; Artname unterstrichen = dito, lebensraumholde Arten und stetige Begleiter; Näheres vergleiche Methodenteil. Stet - Stetigkeit = Anzahl Probeflächen mit Nachweis der Art; Bstd - Bestandsgröße, bei Brutvögeln (A) Anzahl Brutpaare, bei Gastarten (B) Anzahl maximal beobachteter Individuen. Status = maximaler Status der Art im Gebiet: sBV - sicher brütend, wBV - wahrscheinlich brütend. mBV - möglicherweise brütend, zBb - zur Brutzeit beobachtet, NG - Nahrungsgast, DZ -Zuggast.

D B R AVO VRL Arten Stet Bstd Status
A. Brutvögel
      1*   Mäusebussard Buteo buteo 2 1 mBV
  V 3 1   Hohltaube Columa oenas [E18] 2 1 mBV
      1   Ringeltaube Columba palumbus 4 1 mBV
      1   Buntspecht Picoides major [E18] 7 5 sBV
      1   Zaunkönig Troglodytes troglodytes  [E18] 4 4 wBV
      1   Heckenbraunelle Prunella modularis 2 1 wBV
      1   Rotkehlchen Erithacus rubecula [E18] 7 24 wBV
      1   Amsel Turdus merula [E18] 7 24 sBV
      1   Singdrossel Turdus philomelos [E18] 7 10 wBV
      1   Gartengrasmücke Sylvia borin 2 2 mBV
      1   Mönchsgrasmücke Sylvia atricapilla 7 37 wBV
      1   Zilpzalp Phylloscopus collybita 7 19 wBV
      1   Fitis Phylloscopus trochilus 2 4 wBV
      1   Wintergoldhähnchen Regulus regulus 1 4 wBV
      1   Sommergoldhähnchen Regulus ignicapillus 3 4 wBV
      1   Tannenmeise Parus ater 5 5 wBV
      1   Blaumeise Parus caeruleus 7 17 sBV
      1   Kohlmeise Parus major [E18] 7 19 sBV
      1   Kleiber Sitta europaea [E18] 7 10 sBV
      1   Waldbaumläufer Certhia familiaris 5 3 mBV
      1   Gartenbaumläufer Certhia brachydactyla 6 5 wBV
      1   Neuntöter Lanius collurio [G1] 1 1 wBV
      1   Rabenkrähe Corvus corone corone 4 1 wBV
      1   Star Sturnus vulgaris 4 4 sBV
      1   Buchfink Fringilla coelebs 7 25 wBV
      1   Grünling Carduelis chloris 6 2 wBV
      1   Kernbeißer Coccothraustes coccothraustes 4 3 wBV
  V 3 1   Goldammer Emberiza citrinella [G1] 4 8 wBV
B. Gastarten
      1   Sperber Accipiter nisus 1 1 NG
V 3 V 1* I Grauspecht Picus canus [E18] 1 1 zBb
  V V 1* I Schwarzspecht Dryocopus martius 2 1 zBb
V 3 3 1   Baumpieper Anthus trivialis 1 1 DZ
      1   Trauerschnäpper Ficedula hypoleuca [E18] 1 1 zBb
      1   Grauschnäpper Muscicapa striata 1 1 DZ
      1   Misteldrossel Turdus viscivorus 2 1 NG
      1   Wacholderdrossel Turdus pilaris 1 1 zBb
      1   Feldschwirl Locustella naevia 1 1 zBb
      1   Sumpfrohrsänger Acrocephalus palustris 1 1 zBb
      1   Sumpfmeise Parus palustris [E18] 3 1 zBb
      1   Weidenmeise Parus montanus 5 2 zBb
      1   Haubenmeise Parus cristatus 2 1 zBb
      1   Eichelhäher Garrulus glandarius 6 1 NG
      1   Tannenhäher Nucifraga caryocatactes 1 1 NG
      1   Stieglitz Carduelis carduelis 1 1 NG
      1   Gimpel Pyrrhula pyrrhula 3 1 zBb

Tab. 4 Vögel.

Verteilung der Nachweise auf die Untersuchungsflächen; Siedlungsdichten Brutvögel unter besonderer Berücksichtigung der Buchenwaldzönose

Datengrundlage vergleiche Text. Abu - mittlere/maximale Siedlungsdichten nach FLADE (1994) [BP/10 ha]. Wv1, Wv2 - Waldvogelgilden nach BEZZEL et al. (2005): HB - Höhlenbrüter, BB - Bodenbrüter. LW - Laubwaldarten, NW - Nadelwaldarten. Zahlenwerte - Siedlungsdichte [Brutpaare/10 ha]. Lebensraumtypen "E18 Kolline und montane Buchenwälder" (= B) und "G1 Trocken- und Halbtrockenrasen" (= M).

Abu Wv1 Wv2 Arten 7 6 5 St 2068 3 2 1 4
13,8 ha 4,3 ha 4,9 ha   5,3 ha 4,7 ha 6,5 ha 3,2 ha
Buchenwald E18 Leitarten
0,4/3,1 HB   Hohltaube - - -   - - 0,22 -
1,4/7,5 HB   Kleiber 0,14 0,23 0,20   0,19 0,43 0,44 0,31
Buchenwald E18 Begleitarten
0,9 HB   Buntspecht 0,07 0,23 -   0,19 0,21 0,22 -
1,6     Zaunkönig 0,14 0,23 -   - - 0,22 -
3,2 BB   Rotkehlchen 0,43 0,23 0,82   0,57 1,28 0,67 0,31
2,4     Amsel 0,65 0,47 0,41   0,38 0,43 1,33 0,31
1,2     Singdrossel 0,36 0,23 0,20   0,19 0,21 0,22 -
3,6     Kohlmeise 0,14 0,47 0,41   0,57 0,43 1,11 0,94
6,3     Buchfink 0,36 0,47 0,61   0,75 0,64 1,33 0,63
Sonstige Waldarten i.e.S.
  BB   Zilpzalp 0,51 0,47 0,41   - 0,43 0,89 0,63
  BB   Fitis 0,29 - -   - - - -
    NW Wintergoldhähnchen 0,29 - -   - - - -
    NW Sommergoldhähnchen 0,22 - -     0,21 - -
  HB NW Tannenmeise 0,14 0,23 -   - 0,43 - -
    NW Waldbaumläufer - 0,23 0,20   - 0,21 - -
    LW Gartenbaumläufer - 0,23 -   - 0,21 0,22 0,63
    LW Kernbeißer - - -   0,19 0,21 - 0,31
Sonstige Arten
      Mäusebussard 0,07 - -   - - - -
      Ringeltaube 0,07 - -   - - - -
      Heckenbraunelle 0,07 - -   - - - -
      Gartengrasmücke 0,14 - -   - - - -
      Mönchsgrasmücke 0,72 0,70 0,82   0,57 0,64 2,00 1,56
      Blaumeise 0,14 0,47 0,41   0,38 0,43 0,89 0,94
      Neuntöter - - -   - - - 0,31
      Rabenkrähe - - -   - - 0,22 -
      Start - - -   0,19 - 0,67 -
      Grünling 0,07 - 0,20   - - - -
      Goldammer 0,36 0,23 0,20   - - - 0,31

Abb.1 Untersuchungsflächen Brutvogelfauna vs. Isophonen "Nullfall" (oben) und Planungsfall (unten).

Erläuterungen: Linien hellgrau - Untersuchungsflächen (weiße Ziffern = Nr), orange - 70 dB(A)-Isophone (Mittelungspegel), gelb - 59 dB(A), grün - 54 dB(A), blau - 47 dB(A); violette Schraffur - FFH-Gebiet; scharze Kreise - Nachweispunkte ausgewählter Vogelarten: Gs - Grauspecht, Ht - Hohltaube, Nt - Neuntöter, Ss - Schwarzspecht.

 

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