WörthseeRaumordnung

Hier lesen Sie die 

Unterlage des Straßenbauamtes München zum Raumordnungsverfahren

Dieses Verfahren wurde 1996 abgeschlossen.

Punkte, die unserer Meinung nach Beachtung verdienen, sind folgende:

  1. Mit keinem Wort wird erwähnt, dass es zu dieser Planung der Umgehungsstraße Alternativen gibt. Z.B. die in der Stellungnahme des Bundes Naturschutz in Bayern e.V. vorgeschlagene Verbesserung der S-Bahn-Anbindung.
  2. Die Gemeinde Wörthsee hat bisher keine grundsätzlichen Bedenken gegen eine Umfahrung von Weßling. Die Gemeinderäte von Wörthsee haben die Aufgabe, für das Wohl der Wörthseer Bürgerinnen und Bürger einzutreten und Schaden abzuwenden. Ist das hier geschehen?
  3. Das Verfahren wurde 1996 abgeschlossen. Die Autobahn bei Etterschlag wurde 1998 fertig gestellt, sie war damals erst planfestgestellt.
  4. Das dem Raumordnungsverfahren zugrunde liegende Verkehrsgutachten stammt aus dem Jahr 1996.
  5. Die prognostizierte Entlastung soll im Jahresmittel in der Ortsmitte 25% betragen. Das beruht auf 7 Jahre altem Zahlenmaterial ohne Berücksichtigung eines evtl. Gewerbegebietes Oberpfaffenhofen, Mercator-Park und ohne Berücksichtigung des "neuen" Aldi.
  6. Die Umweltverträglichkeitsprüfung wurde in die vorliegende Raumordnungsunterlage eingearbeitet. Damals war das Wasserschutzgebiet des Wörthseer Brunnens noch nicht beschlossen. Also heißt es bei sämtlichen Trassen: Wasserschutzgebiete ... werden nicht berührt. Das ist inzwischen überholt.
  7. Bei allen Trassen soll die Straße unter der S-Bahn hindurchgeführt werden. Das ist im Hinblick auf unser Trinkwasser höchst gefährlich.
  8. Zitat aus der Wahltrasse I:
    Der gesamte Trassenverlauf liegt in der sog. "Mittelzone" (Entfernung < 1 ,500 m von Siedlungsflächen), die u.a. gegen Verlärmung empfindlich ist und entwertet einen bisher unzerschnittenen und wenig beeinträchtigten Ausschnitt einer wertvollen voralpinen Kulturlandschaft.
  9. Bei der Abwägung des Schutzgutes Boden werden Waldböden (richtigerweise) als wertvoll, landwirtschaftliche Böden als intensiv bewirtschaftet bezeichnet. Wenn schon eine Trasse zwischen Weßling und Wörthsee sein muss, dann eine, die die Waldflächen möglichst schont (siehe Fazit aus ökologischer Sicht).

Hier nun folgt die Unterlage im Wortlaut:

 

Raumordnung

 

Staatsstraße 2068, Umfahrung Weßling

Erläuterungsbericht

Inhalt

 

I. Verkehrliche und raumordnerische Bedeutung des Vorhabens

  1. Bestehende und zu erwartende Verkehrsverhältnisse
  2. Lage im Straßennetz und raumordnerische Bedeutung
  3. Verkehrs- und Streckencharakteristik

II. Darstellung der Raumordnungstrassen

1. Wahltrasse I

1.1  Linienführung

1.2  Zwangspunkte

1.3  Weitere technische Einzelheiten

1.4  Knotenpunkte

1.5  Beeinflussung anderer Verkehrsplanungen sowie sonstiger raumbedeutsamer Planungen

1.6  Einflüsse auf die Umwelt

1.7  Einflüsse auf die Nachbarschaft im Sinne des Blm SchG

2. Wahltrasse II

2.1 Linienführung

2.2 Zwangspunkte

2.3 Weitere technische Einzelheiten

2.4 Knotenpunkte

2.5 Beeinflussung anderer Verkehrsplanungen sowie sonstiger raumbedeutsamer Planungen

2.6 Einflüsse auf die Umwelt

2.7 Einflüsse auf die Nachbarschaft im Sinne des Blm SchG

III. Untersuchte Varianten

1. Variante 1 zur Wahltrasse I

1.1  Linienführung

1.2  Zwangspunkte

1.3  Weitere technische Einzelheiten

1.4  Knotenpunkte

1.5  Beeinflussung anderer Verkehrsplanungen sowie sonstiger raumbedeutsamer Planungen

1.6  Einflüsse auf die Umwelt

1.7  Einflüsse auf die Nachbarschaft im Sinne des Blm SchG

2. Weitere untersuchte Linien

IV. Vergleichende Gegenüberstellung der Wahltrassen und Variante

V. Entwurfsbearbeitung

VI. Beilagen 1-4

  

Raumordnung

Staatsstraße 2068

Umfahrung Weßling

I.Verkehrliche und raumordnerische Bedeutung des Vorhabens

1. Bestehende und zu erwartende Verkehrsverhältnisse

Die Staatsstraße (St) 2068 Herrsching - Germering verläuft in Nordost-/Südwestrichtung durch die Ortsmitte Weßling. Sie wird im Ortsbereich von der Staatsstraße 2349 gekreuzt, deren Einmündungen zueinander versetzt liegen. Somit queren den Ortsbereich Weßling zwei Staatsstraßen.

Die St 2068 dient überwiegend der Verbindung des südwestlichen Teiles des Landkreises Starnberg mit der Bundesautobahn A96 Lindau - München.

Die Verkehrsbelastung der St 2068 in Weßling wurde im Jahre 1988 im Auftrag der Gemeinde Weßling detailliert durch den Gutachter Prof. Dr.-Ing. Harald Kurzak ermittelt. Daneben liegt ebenfalls vom Gutachter Kurzak eine Verkehrsuntersuchung (VKU) für die Autobahn München - Lindau im Abschnitt Oberpfaffenhofen - Greifenberg (BAB A 96) aus dem Jahre 1991 vor. Für das einzuleitende Raumordnungsverfahren wurden diese beiden Verkehrsuntersuchungen auf der Grundlage der Ergebnisse der amtlichen Verkehrszählungen 1995 (DTV 95) im Jahre 1996 aktualisiert.

Die Entwicklung der DTV-Belastungen von 1970- 1995 im Raum Weßling/Wörthsee zeigt neben den Auswirkungen des Baus der A 96 eine kontinuierliche Verkehrszunahme auf der St 2068, die auch durch die Rezessionsphase 1980-1985 nicht unterbrochen oder abgeschwächt wurde. Auch in den letzten beiden Jahren ist nochmals eine Zunahme um 7 % in der Ortsdurchfahrt Weßling eingetreten. Von 1970 bis 1995 hat sich die Belastung der St 2068 in Weßling verdreifacht (von 5.069 Kfz/Tag auf 15.415 Kfz/Tag).

Der derzeit vorhandene Verkehr wird durch den Analyse-DTV 1995 (Beilage 1) dargestellt und ergibt folgende Werte:

DTV = durchschnittlicher täglicher Verkehr

St2068

DTV-Wert 1995

 

 

südl. Ortseingang Weßling

13.800

südlich Argelsrieder Straße

15.400

nördlich Weßling

17.800

 

St2349

 

 

 

Grünsinker Straße (St 2349 West)

1.000

Gautinger Straße (St 2349 Ost)

4.700

 

Argelsrieder Straße

2.400

 Zum Vergleich kann der vorliegende durchschnittliche tägliche Verkehr 1995 an freier Strecke einer Staatsstraße in Bayern herangezogen werden. Er beträgt 3.672 Kfz/24h.

Der Verkehr auf der Grünsinker Straße (St 2349) liegt erheblich darunter. Diese Straße hat als Staatsstraße eine untergeordnete Funktion.

Die Gemeinde Weßling ist laut Gutachten Kurzak mit 13.070 Kfz/Tag im Durchgangsverkehr belastet, das sind 70% des gesamten nach Weßling einstrahlenden Verkehrs. Der Durchgangsverkehr konzentriert sich mit 10.320 Kfz/Tag auf die St 2068. Am Ortsbeginn aus Richtung Seefeld macht der Durchgangsverkehr mit 11.670 Kfz/Tag 85 % der Gesamtbelastung von 13.800 Kfz/Tag aus.

Betrachtet man die Herkunft-Ziel-Verteilung der St 2068 am südwestlichen Ortsbeginn von Weßling, so decken Herrsching und Seefeld knapp 80% des Verkehrsaufkommens der St 2068 ab. Herkunft/Ziel Weßling (einschl. Oberpfaffenhofen) machen 15% der Belastung aus, 85 % ist Durchgangsverkehr durch Weßling. Etwa die Hälfte des Verkehrs auf der St 2068 westlich Weßling benutzt die A 96 Richtung München, rund 35% fahren über die St 2068 Richtung Gilching und weiter.

An Sommerwerktagen ergeben sich Verkehrsbelastungen in der Ortsdurchfahrt, die um ca. 30% über denen eines Normalwerktages liegen. Dies bedeutet über 20.000 Kfz/24 h.

An Wochenenden der Sommermonate liegen die Spitzenbelastungen vor allem im Rückflutverkehr aus dem Seengebiet über der Leistungsfähigkeit der Straße. Als Folge der beiden vorhandenen signalisierten Fußgängerüberwege treten dann in der Ortsdurchfahrt erhebliche Stauungen auf. Die Einmündung der Gautinger Straße (St 2349 Ost) ist in den Hauptverkehrszeiten so stark belastet, daß ein Linkseinbiegen in die St 2068 oft nur bei Aktivierung des Fußgängerüberweges möglich ist.

Ebenso stellt die Einmündung der St 2349 West (Grünsinker Straße) wegen der schlechten Sichtverhältnisse und der hohen Belastung der St 2068 ein Sicherheitsrisiko dar.

Unter Berücksichtigung der siedlungsstrukturellen Entwicklung sowie der noch zu erwartenden Motorisierungs- und Mobilitätsentwicklung wird eine Zuwachsrate des Verkehrsaufkommens für den Zeitraum 1995 - 2010 erwartet.

Unter Beibehaltung des bestehenden Straßennetzes ergeben sich folgende Verkehrsbelastungen (Prognose Nullfall) für das Jahr 2010 (Beilage 2):

DTV = durchschnittlicher täglicher Verkehr

St2068

DTV-Wert

Kfz/24h (2010)

 

 

südl. Ortseingang Weßling

15.200

südlich Argelsrieder Straße

16.700

nördlich Weßling

19.900

 

St2349

 

 

 

Grünsinker Straße (St 2349 West)

2.700

Gautinger Straße (St 2349 Ost)

5.600

 

Argelsrieder Straße

3.200

Im Prognose-Nullfall steigt die Belastung der St 2068 in der Ortsdurchfahrt Weßling um weitere rund 10 % an. Sie nimmt am nordöstlichen Ortsbeginn im Jahresmittel (DTV) von 15.400 auf 16.700 Kfz/Tag zu, in Ortsmitte wird die mittlere Jahresbelastung auf 20.000 Kfz/Tag ansteigen und die südwestliche Ortseinfahrt erhält eine Prognosebelastung von 15.200 Kfz/Tag. Die Belastung der St 2349, Grünsinker Straße, steigt von 1.000 auf 2.700 Kfz/Tag an.

Da einerseits in den Sommermonaten die Belastung der St 2068, Ortsdurchfahrt Weßling, auf über 23.000 Kfz/Tag mit entsprechendem Stau ansteigen wird und andererseits die durchgehende A 96 zur Verfügung stehen wird, kommt es zu einer Umfahrung des Engpasses Weßling über die A 96 und St 2348 durch Steinebach/Wörthsee. Die Belastung der St 2348 wird in Steinebach um 40- 50% zunehmen. Der weitere Verkehrszuwachs führt im heutigen Straßennetz folglich auch zu unerwünschten Verkehrsverlagerungen.

Zur Entlastung der Ortsdurchfahrt Weßling und Verhinderung einer Verkehrsverlagerung auf andere Straßen ist daher eine Umfahrung von Weßling dringend erforderlich. Das besondere Anliegen der Gemeinde kommt auch darin zum Ausdruck, daß die Gemeinde bereits 1988 eine Verkehrsuntersuchung und eine landschaftliche Untersuchung sowie Trassenuntersuchungen in Auftrag gegeben hat.

2. Lage im Straßennetz und raumordnerische Bedeutung

Im vorliegenden Raumordnungsverfahren soll eine direkte Verbindung von der St 2068/Süd zur Bundesautobahn A 96 unter Umfahrung des Ortsbereiches Weßling untersucht werden. Dieses Vorhaben wird als "St 2068 Umfahrung Weßling" bezeichnet.

Das Vorhaben wurde auf Antrag der Gemeinde Weßling im "5. Ausbauplan für die Staatsstraßen in Bayern" in die 1. Dringlichkeit aufgenommen. Dieser Antrag fand auch die Unterstützung des Landkreises Starnberg und des Regionalen Planungsverbandes, dem Gelegenheit gegeben wurde, sich zur Dringlichkeitseinstufung zu äußern.

Für diese Verbindung zwischen der St 2068/Süd und der BAB A 96 sind mehrere Linienführungen möglich, die auch Unterschiede in der verkehrlichen Bewertung ergeben. Durch diese Linien werden die drei Gemeinden Weßling, Wörthsee und Seefeld unterschiedlich berührt. Aus diesen Gründen wird die Durchführung eines Raumordnungsverfahrens notwendig.

Mit den vorliegenden Unterlagen wird die Durchführung eines Raumordnungs­verfahrens für den Neubau der St 2068 zwischen der südwestlichen Ortseinfahrt von Weßling und der BAB A 96 beantragt. Antragsteller ist das Straßenbauamt München.

Die geplante Trasse schwenkt von der bestehenden St 2068 im Bereich "Dellinger Höhe" südlich von Weßling in Richtung Westen ab, unterquert die S-Bahnlinie München - Herrsching und endet an der planfestgestellten Anschlußstelle Wörthsee der BAB A 96.

Die bisherige St 2068 zwischen dem Anschluß an die geplante Umfahrung Weßling und der Einmündung des östlichen Astes der St 2349 sowie der westliche Ast der St 2349 zwischen der BAB A 96 (B 12) und der St 2068 alt verlieren durch diese Verlegung ihre Verkehrsbedeutung für den Durchgangsverkehr und sind in eine niedrige Straßenklasse abzustufen.

Der Gutachter Prof. Dr.-Ing. Kurzak hat die Verkehrswirksamkeit der Verlegung der St 2068 mit einer künftigen Anbindung an die A 96, Anschlußstelle Wörthsee, für zwei mögliche Trassen, eine ortsferne (Wahltrasse I) und eine ortsnahe (Wahltrasse II), untersucht. Dabei wurde unterstellt, daß bei der ortsfernen Trasse, die bestehende St 2349 (Grünsinker Straße) westlich Weßling aufgelassen und bei der ortsnahen Trasse eine zusätzliche Anbindung der Grünsinker Straße vorgesehen wird.

Der Prognose-Nullfall (ohne Verlegung der St 2068) stellt die Grundlage zur Ermittlung der verkehrlichen Effektivität der Wahltrassen dar. Die Entlastungswirkung durch die St 2068 neu wird im Vergleich zur Belastung des Prognose-Nullfalls ermittelt.

Die künftige Verkehrsbelastung der Ortsdurchfahrt Weßling stellt sich bei einer vorhandenen Umfahrung im Prognosefall 2010 wie folgt dar (Beilage 3 und 4):

 

 

Wahltrasse I

Wahltrasse II

St 2068

DTV (2010) Kfz/24 h

(Beilage 3)

Änderung gegenüber Prognose-Nullfall Kfz/24 h

DTV (2010) Kfz/24 h

(Beilage 4)

Änderung gegenüber Prognose-Nullfall Kfz/24 h

 

 

 

 

 

südlich Weßling

10.900

- 4.300

8.700

- 6.500

südlich Argelsrieder Straße

10.500

- 6.200

10.000

-6.700

nördlich Weßling

13.600

- 6.300

13.400

- 6.500

 

St 2349

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Grünsinker Str.

0

- 2.700

2.500

-200

Gautinger Str.

5.800

+200

6.300

+700

 

Argelsrieder Str.

3.100

-100

3.300

+100

 

2.1 Ortsferne Trasse (Wahltrasse I)

Die Prognosebelastung (DTV 2010) der St 2068 neu beträgt bei Wahltrasse I 10.200 Kfz/Tag.

 Durch die St 2068 neu geht die Belastung der Ortsdurchfahrt Weßling (Hauptstraße) im Ortszentrum südlich der Einmündung Gautinger Straße um 25% von 20.000 Kfz/Tag auf 14.900 Kfz/Tag zurück. Am nordöstlichen Ortsrand beträgt die Entlastung der St 2068 (alt) 37% (Rückgang von 16.700 auf 10.500 Kfz/Tag) und am südwestlichen Ortsrand um 28% von 15.200 auf 10.900 Kfz/Tag. Durch die Auflassung der St 2349 tritt im Ortsbereich Weßling eine vollständige Beruhigung der Grünsinker Straße und der Etterschlager Straße ein. Für Steinebach /Wörthsee tritt eine Entlastung um rund 30% ein.

Von dem über die A 96 aus Richtung München zufahrenden Verkehr benutzen 80% die Umfahrung über die St 2068 neu (3.500 von 4.400 Kfz/Tag und Richtung), 20 % (= 900 Kfz/Tag) fahren durch Weßling. Von dem auf der St 2068 aus Richtung Gilching kommenden Verkehr benutzen nur 20% die Umfahrung über die A 96 und St 2068 neu (350 von 1.700 Kfz/Tag und Richtung), 80% bleiben auf der St 2068 und fahren durch Weßling.

Die Verkehrsentlastung an den Sommerwochenenden ist für Weßling noch deutlich größer, weil der Hauptanteil des Freizeitverkehrs aus München über die A 96 bis zur Anschlußstelle Wörthsee fährt, um dann über die St 2068 neu zur St 2068 Richtung Ammersee zu gelangen.

2.2 Ortsnahe Trasse (Wahltrasse II)

Die Prognosebelastung (DTV 2010) der St 2068 neu beträgt bei Wahltrasse II nördlich der Anbindung der Grünsinker Straße (St 2349) 10.400 Kfz/Tag und südlich der Grünsinker Straße 8.100 Kfz/Tag. Die Belastung der Grünsinker Straße verdoppelt sich gegenüber dem Analyse DTV 1995 (Beilage 1) auf 2.500 Kfz/Tag und erreicht annähernd den Wert im Prognose-Nullfall 2010 (Beilage 2).

2.3 Zusammenfassung

Durch die St 2068 neu westlich von Weßling mit Anbindung an die A 96, Anschlußstelle Wörthsee, wird die Ortsdurchfahrt Weßling im Jahresmittel um mindestens 25 - 35 % entlastet, in den Sommermonaten liegt die Entlastung bei 50 %. Die Entlastung der Ortsdurchfahrt ist nördlich der Einmündung der Grünsinker Straße (St 2349) bei beiden Wahltrassen etwa gleich. Durch die Beibehaltung der St 2349 im Fall der Wahltrasse II verdoppelt sich jedoch die Belastung der Grünsinker Straße gegenüber heute. Allerdings wird dadurch die Hauptstraße in Weßling (8.700 Kfz/Tag) südlich der St 2349 im Vergleich zur Wahltrasse I (10.900 Kfz/Tag) entsprechend entlastet.

Anders ausgedrückt:

Bei Wahltrasse I muß die Hauptstraße südlich der Grünsinker Straße deren Verkehr aufnehmen.

Die Verdoppelung der Verkehrsbelastung auf der Grünsinker Straße erhöht bei der Wahltrasse II die derzeit bestehenden Probleme an der unübersichtlichen Einmündung in die Hauptstraße erheblich.

Die Entlastung von Steinebach/Wörthsee vom Durchgangsverkehr ist bei beiden Wahltrassen gleich. Der Verkehr, der sich im Prognose-Nullfall 2010 von der Ortsdurchfahrt Weßling auf die St 2348 verlagert (ca. 1.500 Kfz/Tag), kann voll von der St 2068 neu aufgenommen werden.

Die Variante 1 zur Wahltrasse I entspricht in ihrer Verkehrswirksamkeit der Wahltrasse I.

3. Verkehrs- und Streckencharakteristik

Die Charakteristik der neuen Straßenverbindung entspricht der einer freien Strecke mit höhengleichen Anschlüssen. Die Straße wird für alle Verkehrsarten zugelassen. Der Querschnitt entspricht einer einbahnigen, zweispurigen Straße.

II. Darstellung der Raumordnungstrassen

1. Wahltrasse I

1.1 Linienführung

1.1.1 Beschreibung der Linienführung mit Anfangs- und Endpunkt sowie Länge

(siehe auch Grafik, ist nicht Teil der Raumordnungsunterlagen!)

Die Wahltrasse I verläßt die St 2068 alt im Bereich der Dellinger Höhe (ca. 800 m südlich Weßling) in westlicher Richtung, schneidet das Waldgebiet nördlich "Dellinger Höhe“ auf eine Länge von ca. 150 m an und verläuft dann über Ackerflächen entlang des WaIdgebietes "Dellinger Buchet". Sie unterquert die Bahnlinie München - Herrsching, führt dann über landwirtschaftliche Flächen weiter durch die waldfreie Fläche "Mitterwies“ zwischen den Waldgebieten "Taxleiten" und "Pfeiferwinkel" und verläuft anschließend entlang des westlichen Waldrandes zwischen "Taxleiten“ und Golfplatz Schluifeld. Nördlich der Grünsinkerstraße (St 2349) schließt sie an die Anschlußstelle "Wörthsee“ der BAB A 96 an.

Die Länge der Wahltrasse I beträgt ca. 2,87 km. Die effektive Neubaulänge ist 2.700 m.

1.1.2 Angestrebte Trassierungselemente

Die Trassierungselemente in Lage und Höhe entsprechen einer Entwurfsgeschwindigkeit von 80 km/h. Der kleinste Kurvenradius beträgt R = 300 m. Die Trasse wird möglichst geländenah geführt.

1.1.3 Flächenbedarf

Der gesamte Flächenbedarf beträgt ca. 6,65 ha. Davon entfallen ca. 4,15 ha auf den Straßenkörper und ca. 2,5 ha auf Ausgleichsmaßnahmen. Die neu versiegelte Fläche beträgt ca. 1,9 ha.

1.1.4 Zu erwartende Emissionen

Die Schadstoffkonzentration nimmt entsprechend Bild 1 des Merkblattes über Luftverunreinigungen an Straßen (MLuS-92) mit zunehmender Entfernung von der Straße ab. Da die Schadstoffkonzentration bei einem Abstand von ca. 200 m zum befestigten Fahrbahnrand auf die vorhandene Grundbelastung abklingt, ergeben sich Auswirkungen nur im südlichen Bereich (Sportplatz).

1.1.5 Berührte Kreise und Gemeinden

Die Wahltrasse I liegt vollständig im Landkreis Starnberg und berührt hauptsächlich die Gemeinde Weßling. Die Gemeinde Seefeld wird im südlichen Bereich auf eine Länge von ca. 400 m und die Gemeinde Wörthsee im nördlichen Bereich auf ca. 50 m von der Baumaßnahme berührt.

1.1.6 Kosten

Die Kosten (Bau und Grunderwerb) betragen ca. 6,4 Mio. DM. Davon entfallen ca. 0,9 Mio. DM auf die Bahnunterführung.

1.2 Zwangspunkte

  • Höhenrücken "Dellinger Höhe"
  • Bahntrasse München – Herrsching
  • Biotop 102 südöstlich der "Mitterwies"
  • Geplante Anschlußstelle " Wörthsee" der BAB A 96
  • Schützenswerte zusammenhängende Waldflächen (Taxleiten, Dellinger Buchet)

1.3 Bauwerke

Die Wahltrasse I wird mit einem Unterführungsbauwerk unter der Bahnlinie München Herrsching unterführt.

1.4 Knotenpunkte

Die Knotenpunkte sind im Übersichtslageplan M 1:25.000 mit einem Kreis dargestellt, der nicht den Flächenbedarf umgrenzt, sondern nur symbolisch die Lage der vorgesehenen Verknüpfungen aufzeigt. Einzelheiten der Knotenpunktsgestaltung bleiben der späteren detaillierten Entwurfsbearbeitung vorbehalten.

Es sind folgende Anschlüsse vorgesehen:

  •  Anschluß der St 2068 alt im Süden von Weßling

  •  Anbindung an die BAB A 96 über die Anschlußstelle "Wörthsee"

  • Zufahrt zum Golfplatz Schluifeld

  • Anbindung der Grünsinkerstraße nur soweit erforderlich als öffentlicher Feld- und Waldweg

1.5 Beeinflussung anderer Verkehrsplanungen und raumbedeutsamer Planungen

Die Wahltrasse I verläuft auf der gesamten Länge durch ein Landschaftsschutzgebiet und ist im Norden gebunden durch die Lage der geplanten Anschlußstelle " Wörthsee" der BAB A 96.

Im Flächennutzungsplan (FNP) der Gemeinde Weßling ist eine Nordwestumfahrung Weßling mit Rückführung auf die St 2068 alt nördlich Weßling eingetragen. Die vorliegende Planung ist nicht im Flächennutzungsplan der Gemeinde Weßling enthalten.

1.6 Einflüsse auf die Umwelt

a) Schutzgut Boden

Bei der Wahltrasse I erfolgt eine Überbauung durch den effektiven Neubau auf ca.

2.700 m Länge. Davon sind auf ca. 250 m Länge wertvolle Waldböden (nördlich Dellinger Höhe und Waldbrücke südlich Mitterwies) und auf ca. 2.450 m landwirtschaftliche Böden betroffen, die intensiv bewirtschaftet werden.

Trotz eines Rückbaues der Grünsinkerstraße (St 2349) bleibt die Überbauung bestehen, allerdings mit reduzierter versiegelter Fläche.

b) Schutzgut Wasser

Wasserschutzgebiete und Oberflächengewässer werden nicht berührt.

Der anstehende Boden ist relativ durchlässig.

c) Schutzgut Klima, Luft

Die Wahltrasse I verläuft im wesentlichen durch flaches landwirtschaftliches Gelände. Sie weist keine gravierenden Dammlagen auf. Lokalklimatisch besonders wirksame Flächen und Bereiche werden nicht berührt. Die Trasse führt zwischen der St 2068 alt und St 2349 durch ein Gebiet, in dem bisher nur untergeordnete Wege (öffentl. Feld- und Waldwege), die i.d.R. für Kfz-Verkehr gesperrt sind, und die Bahnlinie München - Herrsching verlaufen. Im Bereich nördlich Dellinger Höhe (Einschnittsböschung) sind Vorbelastungen durch die St 2068 alt vorhanden.

d) Schutzgut Pflanzen und Tiere

Die Wahltrasse I verläßt die St 2068 alt nördlich der Dellinger Höhe mit ihrem hutewaldartigen Alteichenbestand im Bereich eines wertvollen Buchenbestandes.

Unmittelbar neben der "Waldbrücke" südlich Mitterwies befindet sich der am besten ausgeprägte Bestand von Extensivwiesen im Naturdenkmal "Waldrand bei Weßling" (Biotop Nr. 102), das einen günstigen Lebensraum für Fauna (Reptilien, Falter) und Flora darstellt.

Wechselbeziehungen für Vögel bestehen insbesondere zwischen den Waldbereichen Pfeiferwinkel und Taxleiten. Eine geringe Artenzahl und -dichte besteht demgegenüber in den Acker- und Grünlandbereichen. Der nördliche Waldzipfel der Mitterwies (Laub- bzw. Nadelholzbestände) wird im "Störband" der Straße beeinträchtigt.

Offensichtlich starke Wanderbeziehungen von Amphibien bestehen von und zu den Laichgewässern im Golfplatzgelände/Schluifelder Moos, außerdem in folgenden Bereichen:

  • zwischen den Gewässern im Golfplatz und den südlich angrenzenden Wäldern

  • zwischen den Waldbereichen Neuschlag und Taxleiten im Bereich Mitterwies, v.a. am Nord- und Südrand Mitterwies (verbindende Waldbereiche).

Am Ostrand des Golfplatzes und westlich der Trasse befinden sich wertvolle Gehölzbestände, die im Flächennutzungsplan der Gemeinde Weßling als "Flächen mit besonderen ökologischen oder gestalterischen Funktionen" ausgewiesen sind; wertvolle Feldgehölze stehen auch im Kreuzungsbereich der St 2349.

e) Schutzgut Landschaft, Erholung

Die Wahltrasse I verläuft durchgehend im Landschaftsschutzgebiet. Dieses Gebiet im Landschaftsraum "Fünf-Seen-Gebiet" gehört zum südwestlichen Randbereich des "großen Verdichtungsraumes" München (Region 14 im Sinne der Landesplanung). Es ist als "ländlicher Raum" definiert.

Im Regionalplan ist es als "landschaftliches Vorbehaltsgebiet" ausgewiesen.

Es liegt im regionalen Grünzug Herrschinger Moos/Weßlinger See/Aubinger Lohe und dient der Sicherung des großräumigen Luftaustausches, insbesondere der Frischluftzufuhr in das hochverdichtete Siedlungsgebiet von München.

In diesem Gebiet herrscht reger Naherholungsbetrieb. Es sind Kreiswanderwege und örtliche Rundwanderwege ausgewiesen und an schönen Tagen stark frequentiert, v.a. entlang der Bahnlinie nach Herrsching. Von diesen Wegen zeigen sich wichtige Ausblicke in die Landschaft und landschaftsbildprägende Elemente:

  • Blick über die Kulturlandschaft auf den Waldrand im Nordwesten mit der besonders anziehend wirkenden "Waldbrücke" südlich Mitterwies

  • geräumige langgestreckte Lichtung Mitterwies, die durch einen sich verengenden Wald eingerahmt wird

  • attraktiver Waldrand entlang "Taxleiten" mit mehreren Aussichtspunkten, welche die Landschaft erlebbar machen.

f) Schutzgut Sachgüter (Land- und Forstwirtschaft)

Die Wahltrasse I führt fast ausschließlich durch landwirtschaftlich genutzte Flächen. Südlich der Bahn sind diese Flächen als wertvolle Böden einzustufen. Nördlich der Dellinger Höhe wird ein ökologisch sehr wertvoller Mischwald (Buchenbestand) angeschnitten.

g) Schutzgut Mensch, Kulturgüter

Die Wahltrasse I verläuft im Süden in einem Mindestabstand von ca. 350 m von der Wohnbebauung entfernt. Das Sportgelände, für das eine Erweiterung geplant ist, wird in einem minimalen Abstand von ca. 170 m umfahren.

Der gesamte Trassenverlauf liegt in der sog. "Mittelzone" (Entfernung < 1 ,500 m von Siedlungsflächen), die u.a. gegen Verlärmung empfindlich ist und entwertet einen bisher unzerschnittenen und wenig beeinträchtigten Ausschnitt einer wertvollen voralpinen Kulturlandschaft.

Im Kreuzungsbereich der Bahn entstehen bis zu 6 m tiefe und 150 m lange Einschnittsrampen.

Die Bahnlinie wird z.Z. nur durch den S-Bahn- Taktverkehr frequentiert.

1.7 Einflüsse auf die Nachbarschaft im Sinne des BlmSchG

Lärmschutzmaßnahmen werden bei der Wahltrasse I nicht erforderlich.

 

2. Wahltrasse II

2.1 Linienführung

2.1.1 Beschreibung der Linienführung mit Anfangs- und Endpunkt sowie Länge

(siehe auch Grafik, ist nicht Teil der Raumordnungsunterlagen!)

Die Wahltrasse II verläßt die St 2068 alt im Bereich der Dellinger Höhe (ca. 800 m südlich Weßling) in westlicher Richtung, schwenkt aber weniger stark, d.h. mit einem größeren Radius als die Wahltrasse I ab. Sie schneidet das Waldgebiet "Dellinger Höhe" mit den nördlich vorhandenen Buchenbeständen dadurch geringer an als die Wahltrasse I. Sie tangiert das Sportgelände im Süden von Weßling in der äußersten südwestlichen Ecke, unterquert die Bahnlinie München - Herrsching und schwenkt anschließend über landwirtschaftliche Flächen nach Norden ab. Sie führt in einem minimalen Abstand von ca. 140 m an der äußersten westlichen Wohnbebauung von Weßling vorbei, durchquert die "Toteisfelder" westlich von Weßling und schleift in die bestehende Trasse der Grünsinkerstraße (St 2349) ein. Die Wahltrasse II folgt dann auf ca. 700 m Länge der St 2349, die nicht ausgebaut ist, vorbei an einem Einzelgehöft sowie der Wallfahrtskapelle Grünsink und bindet mit einem Bogen westlich des Schluifelder Waldes an die Anschlußstelle "Wörthsee" der BAB A 96.

Die Länge der Wahltrasse II beträgt insgesamt ca. 2,77 km, davon sind ca. 700m identisch mit der Trasse der St 2349. Die effektive Neubaulänge ist ca. 1.850 m. Eine Umfahrung Weßling wird sofort mit der Fertigstellung der Neubaustrecke zwischen der St 2068 alt und der St 2349 (Grünsinkerstraße) verkehrswirksam. Dadurch besteht für Finanzierung und zeitliche Abwicklung ein größerer Handlungsspielraum, da die Umfahrung in zwei Abschnitten verwirklicht werden kann.

2.1.2 Angestrebte Trassierungselemente

Die Trassierungselemente in Lage und Höhe entsprechen einer Entwurfsgeschwindigkeit von 70 bzw. 80 km/h. Der kleinste Kurvenradius beträgt R = 200 m. Die Trasse wird möglichst geländenah geführt und verläuft ca. 700 m auf der bestehenden St 2349. Die vorhandene Straße muß allerdings in Lage und Höhe dem erhöhten Verkehrsaufkommen durch einen Vollausbau angepaßt werden.

2.1.3 Flächenbedarf

Der gesamte Fiächenbedarf beträgt ca. 7,7 ha. Davon entfallen ca. 4,7 ha auf den Straßenkörper und ca. 3,0 ha auf Ausgleichsmaßnahmen. Die neu versiegelte Fläche beträgt ca. 1,4 ha. Trotz kürzerer Länge erfordert die Wahltrasse II gegenüber der Wahltrasse I einen höheren Flächenbedarf, da bewegtes Gelände größere Böschungsflächen und die stärkeren Eingriffe mehr Ausgleichsflächen bedingen.

2.1.4 Zu erwartende Emissionen

Die Schadstoffkonzentration nimmt entsprechend Bild 1 des Merkblattes über Luftverunreinigungen an Straßen (MLuS-92) mit zunehmender Entfernung von der Straße ab. Da die Schadstoffkonzentration bei einem Abstand von ca. 200 m zum befestigten Fahrbahnrand auf die vorhandene Grundbelastung abklingt, ergeben sich Auswirkungen nur im südlichen Bereich (Sportplatz).

Im Bereich der Führung der Wahltrasse II auf der Trasse der St 2349 sind VorbeIastungen vorhanden.

2.1.5 Berührte Kreise und Gemeinden

Die Trasse liegt vollständig im Landkreis Starnberg und verläuft hauptsächlich auf dem Gebiet der Gemeinde Weßling. Im südlichen Bereich wird die Gemeinde Seefeld auf eine kurze Länge von ca. 400 rn berührt. Die Gemeinde Wörthsee ist bei dieser Wahltrasse nicht betroffen.

2.1.6 Kosten

Die Kosten (Bau und Grunderwerb) betragen ca. 6,6 Mio. DM. Davon entfallen auf die Bahnunterführung ca. 0,9 Mio. DM. Der Anteil der Neubaustrecke beträgt ca. 5,4 Mio. DM, der Ausbau der bestehenden St 2349 ca. 1,2 Mio. DM.

2.2 Zwangspunkte

  • Höhenrücken "Dellinger Höhe"
  • Sportgelände Gemeinde Weßling
  • Bahntrasse München – Herrsching
  • Einzelanwesen bei km 2,10
  • Geplante Anschlußstelle " Wörthsee" der BAB A 96

2.3 Bauwerke

Die Wahltrasse II wird wie die Wahltrasse I unter der Bahnlinie München - Herrsching unterführt.

2.4 Knotenpunkte

Die Knotenpunkte sind im Übersichtslageplan M 1 : 25.000 mit einem Kreis dargestellt, der nicht den Flächenbedarf umgrenzt, sondern nur symbolisch die Lage der vorgesehenen Verknüpfungen aufzeigt. Einzelheiten der Knotenpunktgestaltung bleiben der späteren detaillierten Entwurfsbearbeitung vorbehalten.

Es sind folgende Anschlüsse vorgesehen:

  • Anschluß der St 2068 alt im Süden von Weßling
  • Anschluß der Grünsinkerstraße (St 2349 West)
  • Anbindung an die BAB A 96 über die Anschlußstelle "Wörthsee“
  • Zufahrt zum Golfplatz Schluifeld

2.5 Beeinflussung anderer Verkehrsplanungen und raumbedeutsamer Planungen

Die Anbindung der St 2349 alt an die BAB A 96 muß auf eine Länge von 300 m umgebaut werden. Die Wahltrasse II verläuft wie die Wahltrasse I auf ganzer Länge durch ein Landschaftsschutzgebiet. Im Flächennutzungsplan der Gemeinde Weßling ist diese Trasse nicht enthalten.

2.6 Einflüsse auf die Umwelt

a) Schutzgut Boden

Bei der Wahltrasse II erfolgt eine Überbauung durch den effektiven Neubau auf ca.

1.850 m Länge. Auf ca. 700 m verläuft die Wahltrasse II auf der Trasse der St 2349 alt. Hier erfolgt eine zusätzliche Überbauung nur soweit, als dies bei einem Ausbau auf Bestand durch Begradigung und Verbreiterung erforderlich wird.

Ähnlich der Wahltrasse I werden die wertvollen Waldböden nördlich der Dellinger Höhe betroffen, im übrigen Waldböden entlang der St 2349 und landwirtschaftliche Flächen auf insgesamt ca. 1.400 m Länge.

b) Schutzgut Wasser

Wasserschutzgebiete und Oberflächengewässer werden nicht berührt.

 Der anstehende Boden ist z. T. weniger durchlässig als bei Wahltrasse I.

c) Schutzgut Klima, Luft

Die Wahltrasse II verläuft zwischen dem Waldgebiet Taxleiten und Weßling in stark kuppigem Gelände (Toteisfelder). Dieser Bereich weist hohe lokalklimatische Risiken auf. In den übrigen landwirtschaftlichen Fluren und nördlich der Dellinger Höhe sind die Verhältnisse ähnlich wie bei Wahltrasse I.

d) Schutzgut Pflanzen und Tiere

Die Wahltrasse II schwenkt etwas nördlicher und weniger stark als die Wahltrasse I von der St 2068 alt (südlich Weßling) ab. Hierdurch werden die Buchenbestände nördlich der Dellinger Höhe weitgehend geschont. Westlich des Sportplatzes tangiert die Wahltrasse II einen Teil eines wertvollen Alteichenbestandes.

Zwischen Weßling und Taxleiten verläuft die Trasse durch einen sehr wertvollen Bereich mit extensivem Grünland und alten Hute-Bäumen, der einen wertvollen Lebensraum für Pflanzen und Tiere darstellt. Bestehende Wechselbeziehungen von Vögeln und Amphibien zwischen dem Waldbestand und den angrenzenden, nicht sehr intensiv genutzten Grünland werden stark beeinträchtigt. In den Acker und Grünlandbereichen südwestlich Weßling unterscheidet sich die Wahltrasse II nicht von der Wahltrasse I. Im Verlauf der St 2349 alt ergeben sich Beeinträchtigungen und Verluste angrenzener Waldbestände, wenn die St 2349 ausgebaut wird. Allerdings ist hier durch die bestehende St 2349 eine Vorbelastung vorhanden. Dort wo die Wahltrasse II die Trasse der St 2349 verläßt und zur AS Wörthsee abschwenkt, wird ein alter wertvoller Laubholzbestand durchfahren.

e) Schutzgut Landschaft, Erholung

Auch die Wahltrasse II verläuft durchgehend im Landschaftsschutzgebiet. Es geIten die gleichen Auswirkungen wie bei der Wahltrasse I beschrieben mit Ausnahme des Bereiches Mitterwies und östlicher Waldrand Taxleiten.

Der Ausbau der bestehenden St 2349 verändert den Charakter der bisherigen Straße, die bisher wegen der geringen Verkehrsbelastung als Wanderweg nutzbar ist. Die Kapelle Grünsink ist wegen ihres beschaulichen Standortes und als Wallfahrtsort ein wichtiger Anziehungspunkt.

Die Wahltrasse II unterbricht die Verbindung zur Naherholungsfläche westlich Weßling. Gegenüber der Wahllinie I wird das Sportgelände südlich von Weßling infolge des geringeren Abstandes stärker beeinträchtigt und südlich der Bahnlinie wird ein markanter Baumbestand in einer reizvollen Wiesensituation tangiert. Für den Anschluß der Wahltrasse II an die AS "Wörthsee" wird ein landschaftsprägendes altes Laubgehölz durchschnitten.

f) Schutzgut Sachgüter (Land- und Forstwirtschaft)

Die Wahltrasse II verursacht etwas geringere Verluste an wertvollen Waldflächen nördlich der Dellinger Höhe als die Wahltrasse I. Aber auch sie führt auf große Länge über landwirtschaftlich genutzte Böden.

g) Schutzgut Mensch, Kulturgüter

Die Wahltrasse II verläuft gegenüber der Wahltrasse I relativ siedlungsnah von Weßling (minimaler Abstand 140 m) und verlärmt siedlungsnahe Freiflächen und Teile der Wohnbebauung. Das siedlungsnahe Wohnumfeld (200 m-Nahzone) mit seiner besonderen Bedeutung für Erholung und Aufenthaltsfunktion wird besonders empfindlich betroffen.

Die Auswirkungen der Wahltrasse II auf das Sportgelände sind wegen der näheren Lage größer als bei Wahltrasse I. Auch die Kapelle Grünsink als Wallfahrtsort und wertvolles Kulturgut wird durch die Verdoppelung der Verkehrsbelastung gegenüber heute, insbesondere aber gegenüber der Wahltrasse I, durch größere Verlärmung und eventuelle Erschütterungen beeinträchtigt.

Auf Höhe der Bahnunterführung liegt in einem Abstand von ca. 60 m ein Gewerbebetrieb. An der Stelle, wo die Wahltrasse II in die bestehende St 2349 einschleift, befindet sich eine Hofstelle direkt an der St 2349. Die Auswirkungen auf die Bahnlinie sind ähnlich wie bei der Wahltrasse I.

2.7 Einflüsse auf die Nachbarschaft im Sinne des BlmSchG

Lärmschutzmaßnahmen werden bei der Wahltrasse II mit Ausnahme der Hofstelle an der St 2349 nicht erforderlich.

 

III. Untersuchte Varianten

1. Variante 1 zur Wahltrasse I (Gesamttrasse)

1.1 Linienführunq

1.1.1 Beschreibung der Linienführung mit Anfangs- und Endpunkt sowie Länge

(siehe auch Grafik, ist nicht Teil der Raumordnungsunterlagen!)

Die Variante 1 schwenkt südlich Weßling früher als die Wahltrasse I von der St 2068 alt nach Westen ab und verläuft dann annähernd parallel zu dieser. Sie schneidet dadurch in den nördlichen Waldbereich des "Dellinger Buchet" bis zur Bahnlinie auf ca. 650 m Länge ein. Etwa in der Mitte zwischen der Bahnlinie und der "Waldbrücke" südlich Mitterwies trifft sie wieder auf die Wahltrasse I, mit der sie im weiteren Verlauf bis zur AS "Wörthsee" identisch ist.

Die Gesamtlänge der Variante 1 beträgt ca. 2,98 km. Die effektive Neubaulänge ist ca. 2.850 m.

1.1.2 Angestrebte Trassierungselemente

Die Trassierungselemente in Lage und Höhe entsprechen einer Entwurfsgeschwindigkeit von 80 km/h. Der kleinste Kurvenradius beträgt R = 300 m. Die Trasse paßt sich weitgehend dem Gelände an.

1.1.3 Flächenbedarf

Der gesamte Flächenbedarf beträgt ca. 11,5 ha. Davon entfallen ca. 5,0 ha auf den Straßenkörper und ca. 6,5 ha auf Ausgleichsmaßnahmen. Die neu versiegelte Fläche beträgt ca. 2,0 ha.

1.1.4 Zu erwartende Emissionen

Die Auswirkungen entsprechen nahezu der Wahltrasse I. Sie sind im südlichen Bereich (Sportplatz) wegen des nahezu doppelten Abstandes im Vergleich zur Wahltrasse I vernachlässigbar.

1.1.5 Berührte Kreise und Gemeinden

Die Betroffenheit ist für Weßling und Wörthsee gleich der Wahltrasse I. Die Gemeinde Seefeld wird auf eine größere Länge von insgesamt ca. 650 m betroffen.

1.1.6 Kosten

Die Kosten (Bau und Grunderwerb) betragen ca. 8,0 Mio. DM. Davon entfallen ca. 0,9 Mio. DM auf die Bahnunterführung.

1.2 Zwangspunkte

Die Zwangspunkte sind identisch mit Wahltrasse I.

1.3 Bauwerke

Die Variante 1 wird mit einem Unterführungsbauwerk unter der Bahnlinie München - Herrsching unterführt.

1.4 Knotenpunkte

Die Knotenpunkte der Variante 1 entsprechend der Wahltrasse I.

1.5 Beeinflussung anderer Verkehrsplanungen und raumbedeutsamer Planungen

Die Beeinflussung durch die Wahltrasse I gilt auch für die Variante 1.

1.6 Einflüsse auf die Umwelt

a) Schutzgut Boden

Bei der Variante 1 erfolgt eine Überbauung durch den effektiven Neubau auf ca. 2.850 m Länge. Davon sind auf ca. 750 m Länge Waldböden (im Norden "Dellinger Buchet und Waldbrücke südlich Mitterwies) und auf ca. 2.100 m landwirtschaftliche Böden betroffen, die intensiv bewirtschaftet werden.

Die Auswirkungen der verbleibenden Grünsinkerstraße sind gleich wie bei Wahltrasse I.

b) Schutzgut Wasser

Die Auswirkungen der Variante 1 entsprechen der Wahltrasse I.

c) Schutzgut Klima, Luft

Die Auswirkungen der Variante 1 entsprechen der Wahltrasse I.

d) Schutzgut Pflanzen und Tiere

Die Variante 1 schwenkt südlicher als die Wahltrasse I von der St 2068 alt nach Westen ab und verläuft bis zur Bahnlinie im wesentlichen innerhalb des nördlichen Bereiches des "Dellinger Buchet". Dadurch wird der wertvolle Buchenbestand nördlich der Dellinger Höhe stärker als bei der Wahltrasse I durchschnitten und es entstehen dort große Einschnittsböschungen und Dämme mit entsprechend größerem Verlust an Waldflächen.

Im weiteren Verlauf hat die Variante 1 die gleichen Auswirkungen wie die Wahltrasse I.

e) Schutzgut Landschaft, Erholung

Die Variante 1 durchschneidet im südlichen Bereich auf die ersten 300 m Länge ab der St 2068 alt den Wald "Dellinger Buchet" wesentlich stärker als die Wahltrasse I. Dabei entstehen wegen des ansteigenden Geländes auf der Westseite hohe Einschnittsböschungen.

Anschließend verläuft die Trasse auf ca. 250 m Länge in Waldrandlage und schneidet dann bis zur Bahnlinie wieder in den Wald ein, der hier aber durch Sturmschäden nicht mehr geschlossen vorhanden ist. Es entstehen dadurch auf Dauer Verluste erholungswirksamer Flächen, waldrandnahe Bereiche werden beeinträchtigt und visuell gestört.

Nördlich der Bahnlinie sind die Auswirkungen der Variante 1 identisch mit der Wahltrasse I.

f) Schutzgut (Land- und Forstwirtschaft)

Bei der Variante 1 wird wesentlich stärker in die Laubholzbestände nördlich der "Dellinger Höhe" eingegriffen. Bis zur Bahnlinie wird auf ca. 1,000 km Länge die Trasse im Wald oder im waldnahen Bereich geführt. Die Waldverluste sind dadurch gegenüber der Wahltrasse I erheblich größer. Unmittelbar südlich der Bahnlinie bleibt auf der Nordostseite der Variante 1 ein relativ schmaler Waldstreifen stehen, der in seinem Bestand gefährdet wird.

Nördlich der Bahnlinie führt die Variante 1 ebenso wie die Wahltrasse I über landwirtschaftlich genutzte Flächen.

g) Schutzgut Mensch, Kulturgüter

Der Abstand der Variante 1 zur Bebauung Weßling im Süden vergrößert sich gegenüber der Wahltrasse I um ca. 100 m. Ansonsten sind die Auswirkungen der Variante 1 gleich der Wahltrasse I.

1.7 Einflüsse auf die Nachbarschaft im Sinne des BlmSchG

 Lärmschutzmaßnahmen werden bei der Variante 1 nicht erforderlich.

 2. Weitere untersuchte Linien

 Für die Umfahrung Weßling wurden weitere zwei Linien untersucht.

2.1

Die erste Linie schwenkt am Ende der bestehenden Eichenallee im Zuge der St 2068 etwa in Höhe des Gutes Delling von der St 2068 nach Westen ab, quert die Meilinger Breite unmittelbar südwestlich eines Alteichenbestandes (Biotop Nr. 100), durchschneidet zentral das Waldgebiet "Dellinger Buchet" und trifft südlich Mitterwies auf die Wahltrasse I. Im weiteren Verlauf bis zur AS Wörthsee ist sie mit der Wahltrasse I identisch. Diese Linie führt südlich der Bahnlinie fast ausschließlich über Gebiet der Gemeinde Seefeld. Sie weist mit einer Gesamtlänge von ca. 3,4 km (effektiver Neubau ca. 3.050 m) eine deutlich größere Länge als die Wahltrassen und Variante auf. Sie führt durch die zentrale Zerschneidung des Dellinger Buchet zu gravierenden Eingriffen in die Bodenfunktionen eines großflächigen zusammenhängenden Waldgebietes mit hohen Flächenverlusten. Die "Dellinger Höhe" mit ihrem hutewaldartigen Alteichenbestand (Biotop Nr. 99) wird beidseitig von Straßen eingeschlossen. Die Topographie des Moränenhügels Dellinger Buchet und der Meilinger Breite erfordert erhebliche Einschnitts- und Dammböschungen mit entsprechenden lokalklimatischen Auswirkungen. Aus Sicht des Arten- und Biotopenschutzes ergeben sich z.T. nicht ausgleichbare Eingriffe (Dellinger Buchet, Meilinger Breite). Die Linie wurde daher aus ökologischer und wirtschaftlicher Sicht nicht weiterverfolgt.

2.2

Die zweite Linie verläßt die Wahltrasse I südlich der Bahnlinie, führt östlich des Biotopes Nr. 102 vorbei, schneidet durch das Waldgebiet "Taxleiten" und trifft auf Höhe der St 2349 wieder auf die Wahltrasse I, die nördlich davon an die AS "Wörthsee" anbindet. Die gesamte Länge dieser Linie ist mit ca. 2,7 km (effektiver Neubau ca. 2.500 m) zwar kürzer als die der Wahltrassen und Variante. Aber auch diese Linie verursacht durch die zentrale Zerschneidung des zusammenhängenden großflächigen Waldgebietes "Taxleiten" gravierende Eingriffe in die Bodenfunktionen und große Flächenverluste. Die Waldbestände sind floristisch sehr wertvoll und haben besondere Bedeutung für den Naturhaushalt und das Landschaftsbild.

Bei der Durchschneidung des Moränerückens Taxleiten entstehen Dämme und Einschnitte mit lokalklimatischen Auswirkungen. Die Waldbereiche sind wichtiger Lebensraum für Flora und Fauna und haben hohe Bedeutung für den Arten- und Biotopenschutz. Wanderwege zur Kapelle Grünsink werden gekreuzt. Diese Eingriffe sind wesentlich schwerwiegender als bei den Wahltrassen und sind z.T. nicht ausgleichbar (Taxleiten). Diese Linie wurde daher aus ökologischer Sicht ebenfalls nicht weiterverfolgt.

IV. Vergleichende Gegenüberstellung der Wahltrassen I und II sowie der Variante (siehe Tab. 1 und 2) Gegenüberstellung der Beurteilungsmerkmale und Variantenvergleich

1. Verkehrswirksamkeit

Für die St 2068 neu liegen zwei wesentlich voneinander abweichende Planungen vor:

Wahltrasse I in ortsferner Lage und Wahltrasse II in ortsnaher Lage mit zusätzlicher Anbindung Grünsinker Straße. Die Variante 1 zur Wahltrasse I ist von der verkehrlichen Wirksamkeit der Wahltrasse I gleichzusetzen. Die Prognosebelastung der St 2068 neu beträgt bei der ortsfernen Wahltrasse I 10.200 Kfz/Tag und bei der ortsnahen Wahltrasse II 10.400 Kfz/Tag bzw. 8.100 Kfz/Tag.

Durch die St 2068 neu westlich von Weßling mit Anbindung an die A 96, Anschlußstelle Wörthsee, wird die Ortsdurchfahrt Weßling im Jahresmittel um mindestens 25 - 35 % entlastet, in den Sommermonaten liegt die Entlastung bei 50%.

Die Entlastungswirkung für die Ortsdurchfahrt Weßling ist bei beiden Trassen in etwa gleich, jedoch hat die Wahltrasse II den Nachteil, daß sich in der engen Grünsinker Straße die Belastung gegenüber heute mehr als verdoppelt (2.500 Kfz/Tag), woraus sich Probleme an der unübersichtlichen Einmündung in die Hauptstraße ergeben.

Weder mit der Wahltrasse I noch mit der Wahltrasse II wird es möglich sein, den gesamten Durchgangsverkehr auf die Umfahrung über die St 2068 neu und A 96 zu leiten. Vor allem der Verkehr von und nach Gilching wird weitgehend auf der durchgehenden St 2068 (alt) bleiben.

Ein ortsgerechter Rückbau der St 2068 in Weßling, eventuell mit einem Kreisplatz an der Einmündung Gautinger Straße und/oder Einmündung Argelsrieder Straße wird jedoch dazu beitragen, auch Verkehr von und nach Gilching verstärkt auf die Umgehungsstrecke A 96 - St 2068 neu zu verlagern.

2. Kosten

Die Wahltrasse I ist mit 6,4 Mio. DM am kostengünstigsten. Die Variante 1 zur Wahltrasse I ist um ca. 25% teurer. Die Wahltrasse II kostet um ca. 3% mehr als die Wahltrasse I.

Beim Bau nur der Neubaustrecke der Wahltrasse II kann bereits eine verkehrswirksame Umfahrung als erster Bauabschnitt mit ca. 16% geringerem Kostenaufwand gegenüber der Wahltrasse I hergestellt werden.

3. Einflüsse auf die Umwelt

a) Schutzgut Boden

Die Wahltrasse I schont weitgehend Waldböden, da sie fast ausschließlich auf landwirtschaftlich genutzten Flächen verläuft. Da Böden unter Wald noch in ihrer natürlichen Ausprägung vorhanden sind, bei landwirtschaftlicher Nutzung jedoch mehr oder weniger vorbelastet sind, ist die Wahltrasse I vergleichsweise günstig zu beurteilen. Die Gesamtbelastungen für den Naturhaushalt lassen sich zusätzlich reduzieren, wenn es gelingt, die St 2349 zu einem Wirtschaftsweg zurückzubauen und teilweise zu entsiegeln.

Auch die Wahltrasse II beansprucht relativ wenig wertvolle Waldböden. Eingriffe im vorbelasteten Waldbereich der St 2349 erfolgen durch Verbreiterung der bereits bestehenden Straße.

Die Variante 1 verursacht im Vergleich zur Wahltrasse I die größten Eingriffe in die Bodenfunktionen durch den höchsten Waldflächenverbrauch.

b) Schutzgut Grundwasser

Unterschiede zwischen den Trassen ergeben sich nur dadurch, daß der Boden im Bereich der Wahltrasse II weniger durchlässig ist als bei Wahltrassse I und Variante 1. Insofern ist die Wahltrasse II günstiger zu beurteilen.

c) Schutzgut Klima, Luft

Die Wahltrasse I und die Variante 1 weisen keine wesentlichen Unterschiede auf. Im Gegensatz zu diesen beiden Trassen ergeben sich bei Wahltrasse II durch das kupierte Gelände im Bereich der Toteisfelder westlich von Weßling erheblich größere Auswirkungen.

d) Schutzgut Pflanzen und Tiere

Aus Sicht des Arten- und Biotopschutzes sind die Wahltrasse I und Variante 1 günstiger als die Wahltrasse II zu beurteilen. Bei Wahltrasse I und Variante 1 sind allerdings Biotopverluste am südlichen Trassenbeginn und südlich Mitterwies unvermeidbar .

Zwischen dem Waldgebiet Taxleiten und dem Golfplatz Schluifeld entstehen Zerschneidungseffekte auf beträchtlichen Streckenlängen.

Die Wahltrasse II verursacht besonders starke Eingriffe (Toteisfelder) und Zerschneidungseffekte zwischen Taxleiten und Weßling.

e) Schutzgut Landschaft, Erholung

Alle Trassen zerschneiden ein relativ ungestörtes Gebiet mit hoher Bedeutung für die Erholung.

Wahltrasse 1 und Variante 1 beeinträchtigen naturnahe Erholungsbereiche an Waldrändern.

Die Wahltrasse II beeinträchtigt die sehr wichtige Naherholungsfläche westlich von Weßling und beeinträchtigt wesentlich stärker das Umfeld der Wallfahrtskirche Grünsink.

f) Schutzgut Land- und Forstwirtschaft

Die Variante 1 beansprucht gegenüber der Wahltrasse I und II die meisten Waldflächen. Die Wahltrasse 1 beansprucht die vergleichsweise meisten landwirtschaftlichen Flächen. Im Gesamtflächenverbrauch ist die Wahltrasse 1 günstiger als die Wahltrasse I1 bzw. als die Variante 1.

g) Schutzgut Mensch, Kulturgüter

Alle Trassen entwerten einen bisher unzerschnittenen und wenig beeinträchtigten Ausschnitt einer wertvollen voralpinen Kulturlandschaft.

Die Wahltrasse II verläuft relativ siedlungsnah an Weßling vorbei. Außerdem ist die Wallfahrtskapelle Grünsink als Kulturdenkmal stärkeren Verkehrseinflüssen ausgesetzt.

In Tab. 2 sind die Wahltrassen und Variante in der ökologischen Gesamtschau gegenübergestellt. Für jede Trasse sind die wichtigsten Auswirkungen auf Natur und Landschaft dargestellt. In Ziffer 3 ist das jeweilige Restrisiko nach Durchführung von Vermeidungs-, Minimierungs- und ggf. Ausgleichsmaßnahmen aufgeführt.

Fazit aus ökologischer Sicht:

Aus landschaftsökologischer Sicht ist die Wahltrasse I, die die Waldbestände südlich von Weßling weitgehend schont und auch im Bereich zwischen Golfplatz und Taxleiten (Mitterwies) die Waldränder weitgehend erhält, als am umweltverträglichsten zu bezeichnen.

Die kürzeste Neubaustrecke, die Wahltrasse II, hat gravierende Auswirkungen auf Siedlungsgebiete, Erholungsflächen und die Pflanzen- und Tierwelt.

V. Entwurfsbearbeitung

Die Raumordnungsunterlagen wurden vom Straßenbauamt München aufgestellt. Die Unterlagen enthalten die Angaben, die für die Beurteilung der Linienführung und für die Lage der Straßenanschlüsse aus der Sicht der Landesplanung erforderlich sind.

Über Fragen der Detailplanung wird im Rahmen der Planfeststellung entschieden werden.

Um auch die Auswirkungen auf die Umwelt durch eine mögliche Umfahrung Weßling bewerten zu können, wurde vom Straßenbauamt München 1994 eine Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) in Auftrag gegeben. Diese vom Büro Grünplan, Freising, durchgeführte Studie dient zur Bewertung der einzelnen Wahltrassen und Varianten im vorliegenden Raumordnungsverfahren.

Als Ergebnis wird das ökologische Gesamtrisiko für die verschiedenen Landschaftspotentiale getrennt dargestellt und bewertet.

Das Restrisiko ergibt sich aus dem Gesamtrisiko nach Durchführung möglicher Vermeidungs-, Minimierungs- und Ausgleichsmaßnahmen.

Die in der UVS empfohlende Grünbrücke für die Wahltrasse II wurde bei der Aufstellung der Raumordnungsunterlagen im Hinblick auf die damit verbundenen Mehrkosten in Höhe von 2,5 Mio. DM nicht berücksichtigt.

Die Umweltverträglichkeitsstudie kann beim Straßenbauamt München eingesehen werden.

Den direkt betroffenen Gemeinden Weßling, Seefeld und Wörthsee ist das Ergebnis der UVS bekannt. In entsprechenden Gemeinderatsbeschlüssen hat sich die hauptbetroffene Gemeinde Weßling für eine möglichst ortsferne Trasse ausgesprochen. Die Gemeinden Seefeld und Wörthsee haben bisher keine grundsätzlichen Bedenken gegen eine Umfahrung von Weßling. Die Untere Naturschutzbehörde macht ihre Entscheidung von einer Umweltverträglichkeitsprüfung und Bewertung im Raumordnungsverfahren abhängig.

Straßenbaulastträger für eine Umfahrung Weßling wird der Freistaat Bayern unter der Voraussetzung, daß die St 2068 alt von der geplanten Umfahrung bis zur Einmündung des östlichen Astes der St 2349 sowie des westlichen Astes der St 2349 von der BAB A 96 (B 12) bis zur St 2068 alt zur Gemeindestraße abgestuft werden, da diese Teilstrecken ihre Verkehrsbedeutung als überörtliche Durchgangsstraßen verlieren.

Tab. 1: Gegenüberstellung der Beurteilungsmerkmale

Beurteilungsmerkmale Wahltrasse I Variante 1
zur Wahltrasse I
Wahltrasse II
1. Trassenbeschreibung Westumfahrung östl. Dellinger Höhe ortsfern durch Mitterwies Westumfahrung östl. Dellinger Höhe durch Delling. Buchet (Randbereich) Mitterwies Westumfahrung ortsnah, bestandsbezogen im Bereich Grünsink
2. Längenangaben (km)
-Baulänge (ohne Anschlüsse)
-effektiver Neubau
-zu verlegende Straße u. Anschlüsse 
-Verlauf in Waldgebieten
-Verlauf in gepl./best. Schutzgebieten 
-Verlauf in Wasserschutzgebieten 
-Verlauf in kartierten Biotopen 
-Verlauf in landwirtschaftlich genutzten Gebieten
-Verlauf in Ortsbereichen

2,87
2,70
0,10
0,25
2,87 
-
-
2,45

-

2,98
2,85
0,10
0,75
2,98 
-
-
2,10

-

2,77
1,85
0,20
0,45
2,47 
-
-
1,40

-
3. Grundbedarf (ha)
-davon für Straßenkörper
-davon voraussichtlich Flächen für Ausgleichsmaßnahmen und Verminderungsmaßnahmen
-Brückenbauwerke
-Neu versiegelte Flächen
-Bedarf an Waldflächen für Straßenkörper
-Bedarf an landwirtschaftlich genutzten Flächen (für Straßenkörper)
ca. 6,65
ca. 4,15
ca. 2,50


1
1,90
0,60

3,30
ca. 11,50
ca. 5,00
ca. 6,50


1
2,00
1,50

3,40
ca. 7,70
ca. 4,70
ca. 3,00


1
1,40
0,50

3,50
4. Immissionsbereich
-zu schützende Einzelgebäude
-zusammenhängende Wohnbebauung im Abstand von weniger als 200 m
-

0 m

-

0 m

2

200 m

5 Anschlußstellen 1 1 2
6. Kosten (Bau u. Grunderwerb) ca. 6,40 Mio ca. 8,0 Mio ca. 6,6 Mio

Tab. 2 Abschließender Variantenverlgeich

  Wahltrasse I Variante 1 Wahltrasse II
L=2870m L=2980m L=2770m
1. Anlagenbedingte Flächeninanspruchnahme
Streckenlänge (m) effektiver Neubau 2870-170=
2700
2980-130=
2850
2770-220-700=
1850
Flächenverbrauch (ha) 4,15 5 4,7
Veränderung des Grundwasserkörpers (m) 2700 2850 1850
Überbauung wertvoller Lebensräume (m) 310 400 700
direkte Waldflächenverluste (ha) 0,6 1,5 0,5
weitere Waldverluste (ha) - 2,7 0,5
Zerschneidung sehr empfindlicher Naherholungsgebiete und wohnungsnaher Flächen (m) - - 350
2. Betriebsbedingte Auswirkungen
hohes Risiko für:
Schadstoffbelastungen (m) 230 700 200
Beeinträchtigung wertvoller Lebensräume (m) 260 420 620
Zerschneidung empfindlicher Lebensräume (m) 1350 1600 1600
Erholungs- und wohnungsnahe Flächen (m Randlänge) 800 800 900
3. Restrisiko
nach Durchührung von Vermeidungs-, Minimierungs- und Ausgleichsmaßnahmen
Boden hoch sehr hoch - hoch hoch
Grundwasser hoch hoch hoch - mittel
Lokalklima / Luft mittel mittel hoch - mittel
Pflanzen und Tiere hoch - mittel hoch - mittel sehr hoch - hoch
Land- und Forstwirtschaft hoch sehr hoch hoch
Erholung und Landschaftsbild hoch hoch sehr hoch
Wohnen, Wohnumfeld, Kulturgüter, Mensch hoch hoch sehr hoch

VI. Beilagen

Beilage 1

Beilage 2

 

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