WörthseeAgenda21 Ministerium

Folgendes steht im Kapitel 12 der Broschüre "Nachhaltige Entwicklung Bayern, Umweltgerechter Wohlstand für Generationen" des Bayerischen Staatsministeriums für Landesentwicklung und Umweltfragen (nachzulesen unter  http://www.umweltministerium.bayern.de/agenda/wssd/kap12.pdf):

Punkte, die unserer Meinung nach Beachtung verdienen, sind folgende:

  1. Man liest ungemein viel von Öffentlichem Personennahverkehr, Stärkung der Schiene.
  2. Man liest nichts über Neubau von Straßen (quer durch ein Trinkwasserschutzgebiet natürlich schon gar nicht).
  3. Vergleichen Sie das unten stehende bitte mit dem praktischen Vorgehen der Behörden im Fall der Westumgehung Weßlings.

 

Stand: August 2002

12. Mobilität

Mobilität braucht einen mobilen Geist

Wie Bayern das Thema Verkehr angeht

Eine lebenswerte Umwelt und möglichst ungehinderte Mobilität wünschen wir uns alle. Beide Wünsche stehen in einem Spannungsverhältnis zueinander. Doch wie kann umweltschonende Mobilität aussehen?

Mit zunehmendem Verkehr wächst die Herausforderung. So führen die Integration Europas und die Osterweiterung im Transitland Deutschland zu immer mehr Verkehr. Hinzu kommt die Globalisierung der Märkte, weltweit schwellen die Verkehrsströme an.

Trotz zunehmenden Kfz-Bestands und zunehmender Fahrleistungen brachten Fortschritte in der Fahrzeugtechnik und Verbesserung der Kraftstoffe eine bemerkenswerte Reduzierung der vom Straßenverkehr emittierten Luftschadstoffe um 60 % (im Vergleich zum Ende der 80er Jahre). Nach Prognosen werden die Ausgangswerte in 20 Jahren um etwa 90 % reduziert sein. Dennoch gibt es noch Handlungsbedarf bei einigen der Luftschadstoffe und bei den Kohlendioxydemissionen (CO2):

Die Immissionen an Stickstoffoxiden und vor allem an Dieselpartikeln, im wesentlichen verursacht vom Güterverkehr, sind vor allem in Ballungsräumen oftmals zu hoch. Der CO2-Ausstoß des Straßenverkehrs, der mit dem Kraftstoffverbrauch gekoppelt ist, hat im Gegensatz zu den Luftschadstoffen zugenommen, zwischen 1990 und 2000 um 11 %.

In Bayern stieg das Verkehrsaufkommen von 1990 bis 1999 auf den Bundesautobahnen um 26 %, auf den Bundesund Staatsstraßen um 15 %, selbst auf den Kreisstraßen noch um 15 %. Die Straße trägt nach wie vor die Hauptlast - trotz aller Bemühungen, möglichst viel Verkehr auf die Schiene zu bringen.

Insbesondere der Güterverkehr wird auch künftig weiter kräftig wachsen, prognostizieren aktuelle Verkehrsgutachten. Die Liberalisierung des europäischen Binnenmarktes und die Öffnung nach Osteuropa werden Bayern immer mehr zum Verkehrskreuz Europas machen.

Die Ziele

Weniger Verkehr in einer lebenswerten Umwelt

  • Verkehr vermeiden.
  • Einen möglichst großen Teil des Verkehrszuwachses von der Straße auf die umweltverträglichen Verkehrsträger (Schiene und Wasserstraße) verlagern, sowie im Nahverkehr auf den ÖPNV (Öffentlicher PersonenNahVerkehr, Anm. d. Red.), Fahrrad- und Fußgängerverkehr.
  • Verkehrsmittel und Kraftstoffe technisch optimieren.
  • Die Flächen-Inanspruchnahme durch umweltschonenden Verkehrswegebau soweit wie möglich verringern, ohne das Ziel effizienter Linienführung aufzugeben.
  • Verhaltensänderung der Verkehrsteilnehmer: zur umweltschonenden und kraftstoffsparenden Fahrweise. Dieses Ziel geht jeden von uns an.
  • den Verkehrsfluss durch Maßnahmen zur Rationalisierung und Verflüssigung des Verkehrs optimieren.

Die Maßnahmen

Bewusstsein entwickeln - und Alternativen

Wir werden ...

  • Transport- und beförderungsextensive Strukturen in Wirtschaft und Städtebau unterstützen:
  • die raumstrukturelle Entwicklung im Rahmen der Raumplanung steuern,
  • verkehrsberuhigende Maßnahmen der Gemeinden fördern, z. B. im Rahmen der Städtebauförderung,
  • uns an Forschungsprojekten zur Verkehrsvermeidung und -verlagerung beteiligen, wie am Leitprojekt MOBINET: Finanzvolumen von rund 41 Mio. Euro,
  • umweltverträgliche Mobilitätskonzepte fördern, im Rahmen eines umfassenden Mobilitäts-Dialogs mit Wirtschaft, Wissenschaft, Kommunen und Bürgern (Umweltpakt).
  • den Personennahverkehr stärken und dafür das Angebot in den Ballungsräumen nachfragegerecht verdichten, das Angebot stabilisieren und die Frequenz auf dem Land verbessern.

  • ÖPNV-Maßnahmen unterstützen, die nachhaltig Qualität steigern; das heißt: ein integriertes ÖPNV-Angebot schaffen und ÖPNV mit dem Individualverkehr verknüpfen z. B.:
  • optimierte Anschlüsse,
  • neue Abstimmung der Fahrpläne von allgemeinem ÖPNV und einem verfeinerten Schienenpersonennahverkehr,
  • Tarifkooperationen sowie Schnittstellen- Programme zur Verbesserung der Anknüpfung von Bahn, Bus, Auto und Fahrrad,
  • die Kundeninformation verbessern und das Tarifsystem verfeinern,
  • Verkehrsunternehmen und Aufgabenträger finanziell fördern - für ein dichtes und vertaktetes Angebot,
  • eine flächendeckende, bayernweite elektronische Fahrplanauskunft aufbauen,
  • Pilotprojekte unterstützen zur Einführung elektronischer Zahlungssysteme.

Wir werden die Weichen richtig stellen - für Schiene, Luft und Straße

Die Maßnahmen

Wir werden ...

  • im Schienenpersonennahverkehr den Bayern-Takt weiter optimieren - durch:
  • leistungsfähigere Schienenstrecken - z. B. durch moderne Signalanlagen und den Ausbau für Neigetechnik,
  • moderne Fahrzeuge,
  • die Unterstützung von Qualitätsmanagement-Prozessen.
  • die Marktorientierung im Schienengüterverkehr stärken:
  • kleinere und mittlere Schienenverkehrsunternehmen bei Zusammenschlüssen zu größeren Einheiten unterstützen, vor allem im grenzüberschreitenden Verkehr,
  • Schnelligkeit, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit des Schienengüterverkehrs verbessern: z. B. im Pilotprojekt "Kombinierter Verkehr München - Verona in 6 Stunden" unter Leitung des Logistik-Kompetenzzentrums Prien.
  • Maßnahmen zu einem rationelleren und flüssigeren Verkehr unterstützen, wie z. B.:
  • EDV-gestützte Tourenplanung,
  • verstärkte Vernetzung der Verkehrsträger,
  • neue Umschlaganlagen, verbesserte Umschlagtechnik, neue Linien des kombinierten Verkehrs sowie ordnungspolitische Maßnahmen zur Förderung all dieser Produkte,
  • Förderung neuer Güterverkehrszentren (GVZ) mit Umschlaganlagen für den kombinierten Verkehr: In Planung sind GVZ in Augsburg, München und Ulm/Neu-Ulm.

 

Wir werden ...

  • die Verkehrsinformation verbessern und zu diesem Zweck:
  • Linienbeeinflussungs- und Stauwarnanlagen auf besonders stark belasteten Autobahnabschnitten einrichten,
  • moderne, telematikgestützte Verkehrsmanagementsysteme konsequent fördern - in der Forschung sowie in konkreten Maßnahmen für Verkehrssteuerung, Verkehrsinformation und komplexen Mobilitäts-Managementsystemen,
  • das Projekt "Initiative Mobilität 21" in den Regelbetrieb überführen - als überregionales Verkehrsinformationssystem im Zuge der High-Tech-Offensive Bayern,
  • die bayerische Straßenverwaltung an CORVETTE beteiligen, dem von der EU geförderten Verkehrstelematikprojekt. Ziel ist, den Standard im Verkehrsmanagement auf dem transeuropäischen Fernstraßennetz zu harmonisieren.
  • Pilotprojekte unterstützen, die alternative Fahrzeug- und Antriebstechnologien entwickeln und einsetzen - z.B. im Rahmen des Umweltpaktes mit der bayerischen Wirtschaft.

  • die ökologischen und ökonomischen Durchschneidungsschäden minimieren - durch Bodenordnung und Bodenmanagement.

  • Informations- und Schulungsmaßnahmen zu umweltbewusstem Verkehrsverhalten unterstützen - ebenfalls im Rahmen des Umweltpaktes mit der Wirtschaft. z.B.:
  • Schulungen für eine umweltschonende, kraftstoffsparende Fahrweise,
  • Umweltbildungsaktionen für einen umweltschonenden Gebrauch der Verkehrsmittel z. B. die Aktion "Mobil mit Köpfchen" zusammen mit TÜV und ADAC.
 

 

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